„Kein Tag Verzögerung“

Seit 3 Jahren wird die Müllverbrennungsanlage Spittelau in Wien bereits generalüberholt. Bis Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird die Anlage deutlich energieeffizienter sein.

Modernisierung der MVA Spittelau ist im Zeitplan


Nach drei Jahren Generalsanierung sollen die Arbeiten an der Wiener Müllverbrennungsanlage Spittelau bis Juni dieses Jahres abgeschlossen sein. Bislang habe es keinen Tag Verzögerung gegeben, erklärt die Stadt Wien. Die Arbeiten würden nicht nur in der vorgegebenen Zeit, sondern auch unter Einhaltung der geplanten Kosten fertiggestellt.

Die Anlage Spittelau verfügt bislang über eine installierte Gesamtleistung von 400 Megawatt (inkl. Spitzenkessel) und eine durchschnittliche Produktion von 40 Gigawattstunden Strom sowie 500 Gigawattstunden Wärme pro Jahr. Damit ist sie nach Angaben der Stadt Wien der zweitgrößte Erzeugungsstandort im Fernwärmeverbundnetz von Wien Energie nach dem Kraftwerk Simmering 1. Die gewonnene Energie reicht, um zehntausende Wiener Haushalte und Unternehmen mit Wärme und Warmwasser zu versorgen.

Künftig wird die Anlage über die dreifache Stromproduktion bei gleichbleibender Fernwärmeauskopplung verfügen. Der Wirkungsgrad der Anlage wird dann 76 Prozent betragen. Die Gesamtbehandlungskapazität beläuft sich auf 250.000 Tonnen jährlich.

Investition von 130 Millionen Euro

Die Generalsanierung war notwendig geworden, weil nach mehr als 40 Jahren Laufzeit wesentliche Anlagenteile am Ende des Lebenszyklus angekommen waren. Bei den Arbeiten wurden unter anderem die Müllkessel 1 und 2 erneuert, wobei einer der beiden Müllkessel bereits seit März 2014 in Betrieb ist. Der Vollbetrieb ist für die zweite Jahreshälfte 2015 geplant.

Darüber hinaus wurden die Denox-Anlage (Katalysator für Stickoxyde) ausgetauscht und die alten Elektro-Filter durch Gewebefilter ersetzt, wodurch sich die Emissionssituation weiter verbessert. Des Weiteren wurden eine neue Umformerstation zur Fernwärmeauskopplung installiert, die alte Turbine durch eine neue samt Generator ersetzt, ein neues Entaschungssystem eingerichtet und ein neuer Speisewasserbehälter sowie ein neues Wasser-Dampf-System installiert.

Da die Anlage künftig mehr Strom erzeugen wird als für den Eigenbedarf nötig ist, wird der Überschuss ins Stromnetz eingespeist. „Die Investition von 130 Millionen Euro in die Optimierung der Strom- und Fernwärmeproduktion ist wichtig für die Versorgungssicherheit unserer Stadt“, erklärt Wiens Vizebürgermeisterin und Finanzstadträtin Renate Brauner. Bis Juni 2015 werden alle Arbeiten abgeschlossen, verspricht die Stadt Wien. Dann könne die Anlage wieder in vollem Umfang in Betrieb genommen werden und ans Netz gehen.

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