Marktbericht für NE-Metalle

Preisrutsch für Kupfer: Nach starken Verlusten am Primärmarkt hat auch der Kupferschrottpreis deutlich verloren. Andere Schrottpreise blieben unbeeindruckt. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.

Herbe Verluste für Kupferschrott


Die Sorge über die Entwicklung der Weltwirtschaft spiegelt sich offenkundig in vielen Rohstoffpreisen wider. „Wie aus dem Nichts“ sei der Kupferpreis am Mittwochmorgen abgerutscht, erklären Analysten der Commerzbank. Zwischenzeitlich notierte Kupfer an der Londoner Metallbörse LME bei rund 5.350 US-Dollar je Tonne – dem tiefsten Stand seit Juli 2009. Den Handel schloss das rote Metall am Mittwoch (14. Januar) schließlich mit 5.550 US-Dollar ab (Dreimonatspreis).

Die Gründe für den Preisrutsch liegen vermutlich in der höheren Risikoaversion vieler Investoren begründet. Dafür spricht auch der Umstand, dass Aktienwerte in Asien und Europa gefallen sind, während US-Staatsanleihen fester notieren. Analysten zufolge haben sich spekulative Investoren schon in der vergangenen Woche aus Kupfer zurückgezogen. Die Commerzbank hält den starken Preisrückgang jedoch für übertrieben und geht davon aus, dass nach einer Bodenbildung die Preise wieder deutlich steigen werden. Der aktuell niedrige Kupferpreis sei aus fundamentaler Sicht nicht zu rechtfertigen.

Die Preise andere Primärmetalle hingegen blieben weitgehend verschont (alle aktuellen Metallnotierungen für Nichteisenmetalle finden Sie hier). Der Dreimonatspreis für Aluminium schloss am Mittwoch mit 1.778 US-Dollar je Tonne, Zink verbuchte mit 2.027 US-Dollar sogar ein Plus gegenüber der Woche. Ebenfalls stark gefallen ist allerdings Nickel. Der Dreimonatspreis notierte am Mittwoch bei 14.250 US-Dollar je Tonne und damit 1.280 US-Dollar niedriger als eine Woche zuvor.

Preise für Nickelschrott noch vergleichsweise stabil

Die Preisentwicklung an der LME spiegelt sich auch in den Schrottpreisen wider. Nach Angaben des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) erlöste Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) am Mittwoch (14. Januar) zwischen 4.500 und 4.680 Euro je Tonne. Das bedeutet einen Preisrückgang um stolze 430 Euro gegenüber der Vorwoche. Schwerkupferschrott (Keule) notierte zwischen 4.250 und 4.400 Euro je Tonne und verlor damit im Vergleich zur Vorwoche 400 Euro am unteren Ende und 430 Euro am oberen Ende.

Demgegenüber blieben die Preise für Aluminiumschrott stabil. Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) erlöste laut VDM unverändert zwischen 1.570 und 1.730 Euro je Tonne. Der Verkaufspreis für Aluminiumprofilschrott (Alter) notierte am Mittwoch zwischen 1.610 und 1.710 Euro je Tonne. Das bedeutet eine durchschnittliche Preissteigerung um 10 Euro.

Etwas gefallen sind hingegen die Preise für Bleischrott und Altzink. Weichbleischrott (Paket) erlöste am Mittwoch zwischen 1.200 und 1.340 Euro je Tonne, was einer Preissenkung um 50 bis 60 Euro entspricht. Altzinkschrott (Zebra) kam laut VDM auf 1.290 bis 1.350 Euro je Tonne. Das bedeutet einen Rückgang um durchschnittlich 50 Euro.

Im Vergleich zum Primärmetall blieben die Preise für Nickelschrott weitgehend stabil. V2A (Alt- und Neuschrott) erzielte am Mittwoch zwischen 1.050 und 1.100 Euro. Das bedeutet eine Preissenkung um 20 Euro am oberen Ende. V4A (Alt- und Neuschrott) erlöste zwischen 1.450 und 1.500 Euro je Tonne. Hier sind die Preise am oberen Ende um 30 Euro zurückgegangen.

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