Umfrage zur Mülltrennung
Das dürfte die Recyclingbranche wenig freuen: Laut einer aktuellen Umfrage zur Mülltrennung zweifelt mehr als ein Drittel daran, dass der getrennt erfasste Abfall auch recycelt wird. Immerhin trennen die meisten ihren Müll dennoch – wenn auch inkonsequent.
Umfrage: Bürger zweifeln am Recycling und an der Wertstofftonne
Die große Mehrheit der Verbraucher trennt ihren Müll. Das hat eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gezeigt. Demnach gaben 97 Prozent der Befragten an, ihre Abfälle in verschiedenen Behältern zu sammeln. Allerdings stuften sich nur 37 Prozent als „sorgfältige Trenner“ ein, 60 Prozent betrachten sich selbst als „inkonsequente Trenner“.
Grundsätzlich scheinen ältere Menschen trennwilliger zu sein als jüngere. Wie die Umfrage zeigt, bezeichnet sich die Hälfte der über 60-Jährigen als „sorgfältige Trenner“, bei den 18-bis 29-Jährigen behaupten das nur 25 Prozent von sich. Auch die Wohnsituation spielt offenbar eine Rolle. Bei den Ein- und Zweifamilienhausbewohnern trennen 44 Prozent sorgfältig, in Mehrfamilienhäusern sind es lediglich 28 Prozent. Bei Häusern mit mehr als 9 Wohneinheiten trennen sogar 9 Prozent der Befragten überhaupt nicht.
Bei den Gründen, die gegen eine Mülltrennung sprechen, geben 39 Prozent an, dass sie bezweifeln, dass der getrennt gesammelte Abfall auch wirklich recycelt wird. 27 Prozent glauben, dass die Trennung nur dann etwas bringt, wenn auch alle mitmachen und 13 Prozent gehen davon aus, dass von der separaten Sammlung nicht die Bürger, sondern nur die Unternehmen profitieren.
Altpapier wird am meisten getrennt gesammelt
Bei den Stoffen, die immer getrennt gesammelt werden, liegt Altpapier ganz klar vorne. 88 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, Papier und Pappe immer zu trennen. Bei Altglas sind es 85 Prozent und bei Verpackungsabfällen 79 Prozent. Bei Elektrokleingeräten gibt nur etwas mehr als die Hälfte an, die Geräte getrennt zu sammeln. Auch bei Bioabfällen sind es nur 54 Prozent.
Etwa drei Viertel der Befragten haben im vergangenen Jahr in den Medien über das Thema Abfalltrennung den einen oder anderen Artikel wahrgenommen. Dabei sind aber die Streithemen ganz weit oben. Bei 34 Prozent der Texte geht es um die Wiedergewinnung von Rohstoffen, dicht gefolgt vom Thema „Probleme mit dem Dualen System“ oder „Streit zwischen kommunalen und privaten Entsorgern“. Trotz der Berichterstattung wissen aber nur 12 Prozent der Befragten, dass die Produzenten an der Entsorgung der gelben Tonne finanziell beteiligt sind.
Ein schlechtes Zeugnis in Sachen Recyclingverantwortung stellen die Umfrageteilnehmer den Politikern aus. Nur 2 Prozent glauben, sie werden ihrer Verantwortung „sehr gut“ gerecht, 57 Prozent gaben „weniger gut“ und 21 Prozent „überhaupt nicht“ an. Außerdem wollen 98 Prozent, dass der recycelte Anteil an gesammelten Kunststoffverpackungen über der derzeitigen Quote von 35 Prozent liegt. 42 Prozent fordern sogar einen Recyclinganteil von über 75 Prozent.
In diesem Zusammenhang fordert auch der vzbv ein baldiges Wertstoffgesetz, um die Mülltrennung zu erleichtern. Für die Wertstofftonne erwartet mehr als Hälfte der Befragten, dass sie dort auch Elektro-Kleingeräte entsorgen können – das ist derzeit aber so nicht vorgesehen. Weitere 20 Prozent würden in dem neuen Behälter gerne auch Altglas loswerden. Entsprechend ist immerhin ein Viertel der Umfrageteilnehmer von dem Konzept der Wertstofftonne irritiert, sie würden dort gerne mehr wiederverwertbare Abfälle entsorgen. Demnach findet auch mehr als die Hälfte, dass die Wertstofftonne im Vergleich zu Gelben Tonnen keine Veränderung beziehungsweise nur eine geringe Verbesserung bringen wird.
Die repräsentative Umfrage wurde vom 8. bis 16. Oktober 2014 unter 1.014 Personen ab 18 Jahren durchgeführt.










