Neuausrichtung des Dienstleistungsgeschäfts

Alba will das Portfolio der Tochtergesellschaft Interseroh erweitern. Geplant ist der Ausbau des Geschäftsbereichs Wiederverwendung. Der erste Schritt: die Integration eines Start-up, das Kindersachen vermietet.

Alba setzt auf Wiederverwendung als Geschäftsfeld


„Share Economy“ ist eigentlich das, was Recycler nicht mögen. Je mehr Personen sich die Nutzung von Gegenständen teilen, umso weniger Gegenstände werden gekauft – und umso weniger fällt am Ende zur Entsorgung an. Noch braucht sich die Recyclingbranche aber nicht zu fürchten. Denn die Bereitschaft zum Teilen ist überschaubar: Rund 20 Prozent der Deutschen geben an, schon einmal ein Share Economy-Angebot genutzt zu haben. Teilsegmente wie das Carsharing sind vor allem in Großstädten beliebt, aber selbst dort hält sich das Ausmaß in Grenzen. In Berlin geben 19 Prozent an, schon einmal ein Carsharing-Angebot genutzt zu haben, in Hamburg sind es rund 16 Prozent.

Haben Sie dieses Share Economy Angebot schon einmal genutzt? (nach Bundesland) Nun hat auch Alba Gefallen an der Share-Economy gefunden. Der Berliner Konzern will damit das stagnierende Dienstleistungsgeschäft von Interseroh ankurbeln. Der erste Schritt war die Übernahme des Start-up Kilenda, das Kindersachen vermietet. Ziel sei es, „Interseroh zu der Marke in Deutschland und Europa zu entwickeln, die die Abkehr von der Wegwerfgesellschaft begleitet und die dafür notwendigen Systeme etabliert und implementiert“, beschreibt Alba-Chef Axel Schweitzer die Marschrichtung.

„Wir glauben, dass eine Zukunft ohne Abfall möglich ist und die Vision, auf Müllverbrennungsanlagen zu verzichten, bis 2030 Realität werden kann“, sagt Schweitzer. Und daran mitzuwirken, hat der Alba-Chef die Interseroh-Sparte Dienstleistungen neu strukturiert und auf die vier neu definierten Säulen ReUse, ReDuce, ReCycle und ReThink gestellt. Diese vier Säulen werden in Form von Business Centern geführt. Die bisherigen Geschäftsaktivitäten von Interseroh wurden in die neuen Business Center integriert. „Wir kümmern uns um unsere bisherigen Stoffströme, werden diese erweitern, aber auch über Stoffströme nachdenken, die bislang niemand berücksichtigt hat“, sagt Schweitzer.

Business Center und Regional Center

Zum Business Center ReCycle gehören nun die Rücknahme von Transportverpackungen, die Rücknahme von Verkaufsverpackungen, die Rücknahme von Papiersäcken, andere Rücknahme- und Lizenzierungssysteme sowie die Rezyklatherstellung recycled-resource. Dem Business Center ReDuce wurden die Aktivitäten Mehrwegpooling und Einweg-Pfandlösungen zugeordnet. Zu ReThink gehört die Dienstleistung Recycling Solutions Interseroh (RSI). Sie umfasst die gesamte Bandbreite des Managements der Filial-, Lager- und Produktionsstättenentsorgung sowie die Verwertung beziehungsweise Vermarktung der gewonnenen Rohstoffe. Im Geschäftsfeld der RSI bietet Interseroh unter anderem die Serviceleistung des infrastrukturellen Facility Managements (Winterdienst, Grün-/Grauflächenpflege) Im Lebensmitteleinzelhandel an. Zum Bereich ReUse gehört die Sammlung und Sortierung von Tintenpatronen und Tonerkartuschen.

Über die Business Center hinaus wurde auch das Regional Center eingerichtet. Dieses sei ein wichtiger Treiber bei der Internationalisierung der Dienstleistungen aus den vier Business Centern, aber auch für länderspezifische Innovationen und Produktentwicklungen, erklärt Alba. Die ISD ist mit eigenen Gesellschaften in mittel- und osteuropäischen Recyclingmärkten tätig. Hierzu gehören unter anderem Österreich, Slowenien, Polen und Kroatien.

In diesen Ländern bietet Interseroh Filial- und Zentrallagerentsorgung sowie diverse Sammelsysteme an, beispielsweise für Transportverpackungen, Verkaufsverpackungen oder E-Schrott. Bezogen auf das Geschäftsvolumen sind die Bereiche Transportverpackungen, Verkaufsverpackungen und Recycling Solutions Interseroh von wesentlicher Bedeutung

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