Streit um Getränkeverpackungen
Was passiert mit dem Aluminium aus Getränkekartons? Einiges, aber angeblich nicht das, was der Fachverband Kartonverpackungen behauptet. Der Verband musste eine Unterlassungserklärung abgeben – auf Druck der Deutschen Umwelthilfe.
FKN gibt Unterlassungs-Erklärung ab
Im Streit um die ökologische Vorteilhaftigkeit von Getränkekartons hat der Fachverband Kartonverpackungen (FKN) eine Niederlage einstecken müssen. Wie sein Widersacher, die Deutsche Umwelthilfe, mitteilt, habe der FKN in einem Werbefilm und auf seiner Webseite behauptet, dass Aluminium aus Getränkekartons sortenrein im industriellen Maßstab recycelt wird. Die DUH habe jedoch nachweisen können, dass das Recycling in keinem industriellen Maßstab stattfinde. Der FKN habe sich nun verpflichtet, durch die Abgabe einer strafbewährten Unterlassungserklärung entsprechende Aussagen zu unterlassen, heißt es seitens der DUH.
Der FKN selbst habe erklärt, dass seit Anfang 2015 Folienreste aus deutschen Kartons nach Xiamen und China exportiert werden, betont der Umweltverband. „Bestandteile von Getränkekartons für ein Recycling nach China zu exportieren, ist abenteuerlich und ökologisch höchst zweifelhaft. Das Recycling von Getränkekartons sollte dort erfolgen, wo die Verpackungen anfallen. Andernfalls wird das Recycling ad absurdum geführt“, kritisiert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer.
Die DUH fordert nun eine Aberkennung der ökologischen Vorteilhaftigkeit von Getränkekartons. Die Umweltfreundlichkeit von Getränkekartons sei ohne Tricksereien nicht mehr belegbar. „Es ist unfassbar, dass Getränkekartonhersteller über Jahre hinweg ein sortenreines Aluminiumrecycling vorgetäuscht haben“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Durch das erneute Eingeständnis einer Verbraucherlüge verlieren Tetra Pak & Co. jede Glaubwürdigkeit. Bereits 2011 suggerierte der Marktführer Tetra Pak in einer Werbekampagne zu Unrecht ein 100-prozentiges Recycling seiner Getränkekartons, weil in Wahrheit nur rund ein Drittel der Stoffe recycelt wurden.“



