Marktbericht für NE-Metalle

Der Abwärtstrend für die Metallschrottpreise hat in der zurückliegenden Woche sein vorläufiges Ende gefunden. Einige Schrottpreise stiegen sogar leicht. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.

Schrottpreise stabilisieren sich


Das Ringen um eine Lösung für Griechenland hält auch die Aktien- und Metallmärkte in Atem. Weil niemand weiß, wie das Tauziehen ausgehen wird, fielen die Preisausschläge bis Donnerstag vergangener Woche relativ gering aus. Am Donnerstag (25. Juni) notierten die Metallpreise an der Londoner Metallbörse in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Der Dreimonatspreis für Aluminium lag bei 1.711 US-Dollar je Tonne, der Dreimonatspreis für Kupfer schloss den Handel mit 5.731 US-Dollar.

Stabil zeigten sich auch die übrigen Preise. Der Dreimonatspreis für Blei notierte bei 1.791 US-Dollar, Nickel kostete 12.600 Dollar und Zink 2.037 US-Dollar je Tonne. Für Zinn lag der Dreimonatspreis bei 14.750 US-Dollar.

Doch mit der Ruhe ist es inzwischen vorbei. Denn seit Samstag ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass Griechenland die Eurozone verlassen muss. Der Dax ist am Montag (29. Juni) bereits unter die Marke von 11.000 Punkten gefallen. Die Ausschläge an den Aktienmärkten dürften letztlich auch die Metallpreise erfassen. Schon in den vergangenen Wochen haben sich viele spekulative Finanzanleger aus den Metallen zurückgezogen und dadurch die Metallpreise nach unten gezogen. Ein Grexit würden die Metallpreise weiter in den Keller schicken.

Dabei stehen die Zeichen aktuell ohnehin nicht besonders gut. Der anhaltende Rückzug von Finanzinvestoren und Chinas Wirtschaftsschwäche lasten auf den Metallpreisen und auch aus fundamentaler Sicht spricht bei einzelnen Metallen wenig für eine Preiserholung. So ist die globale Aluminiumproduktion im Mai um fast 12 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 4,89 Millionen Tonne gestiegen. Nach Einschätzung mancher Analysten ist der weltweite Aluminiummarkt klar überversorgt. Auch der globale Zinkmarkt weist für die ersten vier Monate dieses Jahres einen deutlichen Angebotsüberschuss aus.

Steigende Preise für Kupferschrott

Doch vorerst wurde auch auf den Metallschrottmärkten der Preisrückgang gestoppt. Nach Angaben des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) erlöste Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) am vergangenen Mittwoch (24. Juni) zwischen 4.970 und 5.150 Euro je Tonne. Das bedeutet eine Preissteigerung um durchschnittlich 40 Euro. Schwerkupferschrott (Keule) notierte am vergangenen Mittwoch zwischen 4.650 und 4.800 Euro je Tonne, was eine Erhöhung um 50 Euro am unteren Ende darstellt.

Die Preise für Aluminiumschrott sind hingegen zurückgegangen. Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) erlöste laut VDM zwischen 1.560 und 1.640 Euro je Tonne. Das entspricht einer Preissenkung um 10 Euro. Der Verkaufspreis für Aluminiumprofilschrott (Alter) notierte am Mittwoch zwischen 1.610 und 1.680 Euro je Tonne und damit annähernd auf dem Niveau der Vorwoche.

Leicht rückläufig waren auch die Preise für Zinkschrott. Altzinkschrott (Zebra) kam laut VDM auf 1.380 bis 1.430 Euro je Tonne, was einen Rückgang um 10 bis 20 Euro bedeutet. Die gleiche Preisveränderung gab es für Weichbleischrott (Paket) – nur in die andere Richtung: Der Preis erhöhte sich im um 10 bis 20 Euro auf 1.300 bis 1.450 Euro.

Auch die Preise für Nickelschrott erholten sich leicht. V2A (Alt- und Neuschrott) erzielte am vergangenen Mittwoch zwischen 1.170 und 1.200 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung um 10 Euro am unteren Ende. V4A (Alt- und Neuschrott) erlöste zwischen 1.560 und 1.600 Euro je Tonne. Das sind am unteren 10 Euro mehr und am oberen Ende 10 Euro weniger.

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