Rückläufiger Zubau
Weniger Neuanlagen und nur ein leichter Anstieg des erzeugten Stroms: Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz zeigt Wirkung. Eine Zwischenbilanz zum Anlagenbestand in Deutschland.
Biogasanlagen: EEG zeigt gewünschte Wirkung
Was sich in den vergangenen Monaten schon abzeichnete, ist nun durch einen aktuellen Monitoring-Zwischenbericht des Deutschen Biomasseforschungszentrums belegt: Seit Inkrafttreten der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist die Zahl von Neuanlagen, die Strom aus Biomasse erzeugen, stark zurückgegangen. In der Folge ist auch die Stromerzeugung aus Biomasse nur moderat gestiegen. So wurden 2014 mit 38,17 Terawattstunden nur 1,84 Terwattstunden (TWh) mehr Strom produziert als im Jahr zuvor.
Wie der Zwischenbericht („Stromerzeugung aus Biomasse (Vorhaben IIa Biomasse“) bestätigt, ist der magere Zubau auf die reduzierte Vergütung für Strom aus Biomasse durch die Streichung der Boni zurückzuführen. Lediglich Güllekleinanlagen, die weiterhin eine gesonderte Vergütungsklasse haben, wurden seither zugebaut.
Vergärung spielt untergeordnete Rolle
Der meiste Strom wurde im vergangenen Jahr in Biogasanlagen (Vor-Ort-Verstromung) produziert: dort entstanden circa 27,58 TWh. An zweiter Stelle folgten Anlagen, die feste Biomasse energetisch verwerten und damit circa 8,7 TWh Strom erzeugten. Weit abgeschlagen folgten Biomethan-Blochheizkraftwerke mit circa 1,54 TWh und Pflanzenöl-Blockheizkraftwerke mit einer produzierten Strommenge von circa 0,34 Terawattstunden.

Eine untergeordnete Rolle in landwirtschaftlichen Biogasanlagen spielt hingegen die Vergärung von Bioabfällen, Grünabfällen und gewerblichen organischen Abfällen. Derzeit sind etwa 140 Abfallvergärungsanlagen in Betrieb, die ausschließlich oder überwiegend kommunale oder gewerbliche organische Abfälle vergären, heißt es im Zwischenbericht.
183 Biomethan-Anlagen
Feste Biomasse wird derzeit in etwa 700 Anlagen mit einer installierten elektrischen Anlagenleistung von circa 1.500 Megawatt verstromt (einschließlich Holzvergaser). Der Großteil wurde in den Jahren 2000 bis 2009 zugebaut. Für das Jahr 2015 rechnet das Deutsche Biomasseforschungszentrum ähnlich wie bei Biogas mit einem sehr geringen Zubau von Biomasse(heiz)kraftwerken.
Die meisten Anlagen dieser Art mit der höchsten kumulierten installierten elektrischen Leistung von 244 Megawatt (MW) stehen in Bayern. Auf den weiteren Plätzen folgen Nordrhein-Westfalen mit 212 MW, Baden-Württemberg mit 172 MW, Brandenburg mit 168 MW und Niedersachsen mit 161 MW. Biomasse(heiz)kraftwerke werden mit einem Anteil von 62 Prozent wärmegeführt betrieben, wie aus dem Bericht hervorgeht. Bei den kleineren Holzvergaseranlagen seien es 76 Prozent. Der durchschnittliche Wärmenutzungsgrad über alle Anlagen liegt bei 89 Prozent.






