Geplanter Anteilsverkauf

Die Verhandlungen zwischen Alba und möglichen Investoren über eine Beteiligung am Berliner Entsorgungskonzern ziehen sich hin. Eine Entscheidung werde nicht vor Frühjahr kommenden Jahres fallen, heißt es seitens Alba. Im engen Kreis der Interessenten sind angeblich vor allem asiatische Investoren.

Alba will bis Frühjahr über Investor entscheiden


Wie das Handelsblatt berichtet, wollen sich mindestens vier asiatische Unternehmen an Alba beteiligen. Drei davon stammten aus China. Finanzvorstand Markus Guthoff widersprach jedoch Angaben des Handelsblatts, wonach schon im Oktober eine Einigung bevorstehe. Vor Frühjahr kommenden Jahres sei keine Entscheidung zu erwarten, sagte er der Zeitung.

Alba hatte Anfang März angekündigt, bis zu 49 Prozent der Firmenanteile an einen Investor verkaufen zu wollen. Schon damals hielt sich Alba-Chef Axel Schweitzer die Option offen, ein chinesisches Unternehmen als Investor aufzunehmen. Ein chinesischer Partner würde gut in die Strategie des Unternehmens passen, künftig das Wachstum im asiatischen Markt zu forcieren. In China werden nach wie vor 80 Prozent der Abfälle unbehandelt deponiert.

statistic_id351439_beseitigung-nicht-gefaehrlicher-abfaelle-in-china---umsatzprognose-bis-2018In den vergangenen Monaten hatte Alba bereits erste Projekte in Asien angestoßen. Ende März erhielt der Konzern einen Großauftrag für das Sammeln und Recyceln von E-Schrott in Hongkong. Anfang Juni gab Alba bekannt, zusammen mit zwei chinesischen Partnern die Entwicklung und den Betrieb von mehreren Siedlungsabfallbehandlungsanlagen in verschiedenen Regionen Chinas zu planen. Innerhalb der kommenden fünf bis zehn Jahre sollen insgesamt acht so genannte „Grüne Kohle“-Anlagen entstehen. Dafür hat Alba gemeinsam mit dem staatlichen Unternehmen Guangdong Rising Assets Management und dem privaten Unternehmen Zhongde Metal Group ein 50:50-Joint Venture geschlossen. Auf Alba entfällt unter anderem der Part der technischen Beratung.

Alba ist bislang im Eigentum der beiden Brüder Axel und Eric Schweitzer. Mit dem Verkauf von Anteilen soll der finanzielle Spielraum für Investitionen in Wachstumsmärkte vergrößert werden, erklärte Axel Schweitzer im März dieses Jahres. Dieser Spielraum ist offenbar seit geraumer Zeit relativ knapp. Für das vergangene Jahr hatte Alba ein Vorsteuerergebnis von minus 34,4 Millionen Euro verbucht.

Einschätzungen von Standard & Poor’s, der Unternehmenswert von Alba liege bei 500 Millionen Euro, widersprach Schweitzer im März dieses Jahres. „Das ist nur ein technischer, nicht relevanter Wert“, sagte er. Der echte Unternehmenswert liege weit darüber.

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