Marktbericht für NE-Metalle
Chinas Wirtschaft verliert weiter an Fahrt und auf den Märkten für Kupfer und Aluminium staut sich die Ware. Folgerichtig fallen die Preise. Auch die Schrottpreise. Zulegen konnte nur Nickelschrott. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.
Nickelschrottpreis stemmt sich gegen Abwärtstrend
Die Sorgen um Chinas Wirtschaftskraft werden größer. Der Wachstumsmotor, der die gesamte Weltwirtschaft antreibt, verliert zusehends an Schwung. Ein weiterer Beleg dafür ist der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, der in den vergangenen Tagen eingebrochen ist. Das Barometer, das die aktuelle Geschäftslage in der Volksrepublik widerspiegelt, erreichte mit 47 Punkten den tiefsten Stand seit Beginn der Datenreihe vor drei Jahren. Schon ein Wert von unter 50 gilt als Zeichen für schrumpfende Produktion und sinkende Nachfrage nach Rohstoffen.
Die neue Hiobsbotschaft aus dem Reich der Mitte hat sich auch auf dem Markt für Industriemetalle niedergeschlagen. Die Preiskurven an der Londoner Metallbörse (LME) zeigen allesamt nach unten. Größter Verlierer ist Kupfer mit einem Verlust von mehr als 240 US-Dollar gegenüber der Vorwoche. Sein Dreimonatspreis lag am gestrigen Mittwoch (23.9.) bei 5.105 US-Dollar.
Kupfer verharrt damit auf verhältnismäßig geringem Preisniveau. Vor einem Jahr erlöste die Tonne noch deutlich über 6.000 US-Dollar. Damals herrschte allerdings auch ein Angebotsdefizit auf dem Markt. Heute tragen neben chinesischer Wirtschaftsflaute Produktionsüberschüsse ihren Teil dazu bei, dass die Preise sich nicht so richtig erholen. Insgesamt rund 91.000 Tonnen betrug der Überschuss in der ersten Hälfte dieses Jahres, wie die International Copper Study Group jüngst berichtet hat.
Rückschläge für Zinn und Nickel
Auch bei Aluminium übersteigt aktuell das globale Angebot die weltweite Nachfrage. Das NE-Metall muss die zweite Woche in Folge ein Minus verkraften und notierte am Mittwoch bei 1.582 US-Dollar. Das sind rund 30 US-Dollar weniger im Vergleich zur Vorwoche.

Der Zinnpreis rutschte wieder unter die Schwelle von 15.000 US-Dollar. Die Tonne erbrachte am Mittwoch 14.900 US-Dollar und damit 670 US-Dollar weniger als in der Woche zuvor.
Nickelschrott legt um 30 Prozent zu
Die Verluste bei den Industriemetallen drückten auf die Preise für Kupfer- und Aluschrott. Die Notierungen für Weichbleischrott und Altzinkschrott hingegen blieben stabil, wie aus der Preiserhebung des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) hervorgeht. Positiv ragte Nickelschrott heraus.
Nickelschrott profitiert offenbar von dem Zwischenhoch, das die Preise für das Legierungsmetall in den vergangenen beiden Wochen bestimmte. V2A (Alt- und Neuschrott) machte nun am oberen Ende mit 300 Euro einen deutlichen Sprung. Die Tonne erzielte am Mittwoch zwischen 980 und 1.300 Euro. Das ist ein Plus von bis zu 30 Prozent.
Bei V4A (Alt- und Neuschrott) fällt das Wochenfazit indes durchwachsen aus. Dem kleinen Zugewinn von 30 Euro am oberen Ende steht ein Minus von 50 Euro am unteren Ende entgegen. Die Tonne erlöste zwischen 1.250 und 1.360 Euro.
Weichbleischrott blieb mit Preisen von 1.250 bis 1.380 Euro nahezu auf dem Niveau der Vorwoche. Altzinkschrott verlor mit 10 Euro nur geringfügig. Die Tonne erzielte 1.150 bis 1.210 Euro.
Die größten Verlierer
Klare Einbußen gibt es dagegen bei Alu- und Kupferschrott: Drahtschrott aus Reinaluminium (Alter) kam auf 1.400 bis 1.520 Euro. Das ist ein Rückgang von bis zu 50 Euro. Aluminiumprofilschrott verlor am unteren Ende 20 und am oberen Ende 30 Euro. Sein Preis lag zwischen 1.420 und 1.510 Euro.
Am härtesten aber traf es Kupferschrott. Blanker Kupferschrott (Kabul) büßte bis zu 130 Euro ein und erlöste am Mittwoch nur zwischen 4.460 und 4.670 Euro. Bei Schwerkupferschrott (Keule) fiel das Minus mit 90 Euro am unteren und 40 Euro am oberen Ende kaum milder aus. Hier notierte die Tonne zwischen 4.210 und 4.360 Euro.
Diese recht deutlichen Verluste sind wohl auf die Produktionsüberschüsse bei Neuware zurückzuführen. Zumindest für Kupfer zeichnet sich aber eine kleine Trendwende ab. Damit rechnen jedenfalls Analysten der Commerzbank: „Wir gehen davon aus, dass sich das Angebot in den nächsten Monaten verknappt, da wegen der niedrigen Preise mittlerweile Produktionskürzungen angekündigt wurden.“ Die Analysten erwarten, dass sich der Kupferpreis durch die Verknappung erholt.



