Lebensmittelverpackungen
Leichter, kostengünstiger und leistungsfähiger: Der Trend geht zu komplexeren Verpackungslösungen. Insbesondere Verbundfolien werden zunehmend eingesetzt.
Verpackungen werden immer komplexer
Wie sich Verbraucher ihre Lebensmittelverpackungen wünschen, ist bekannt. Leicht sollen sie sein, eine ansprechende Optik sollen sie haben und außerdem eine lange Mindesthaltbarkeit garantieren. Die Industrie versucht alles, um diese Kundenwünsche zu erfüllen. Um den Anforderungen gerecht zu werden, werden in den kommenden acht Jahren voraussichtlich immer öfter Verbundfolien aus mehreren Schichten verschiedener Materialien eingesetzt. Parallel entstehen neue, innovative Verpackungstypen und Technologien.
Um das Verpackungsgewicht und den Ressourceneinsatz zu verringern, würden beispielsweise immer mehr Standbodenbeutel als Verpackung eingesetzt, schreibt das internationale Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Ceresana in einer neuen Marktanalyse. Die Studie untersucht den europäischen Verpackungsmarkt inklusive Russland und Türkei für alle Lebensmittel mit Ausnahme von Getränken. Betrachtet werden dabei Verpackungen aus Kunststoffen, Papier und Karton inklusive Wellpappe, Metall sowie Glas.
Beutelverpackungen aus Kunststoff werden daher in den kommenden acht Jahren in vielen Segmenten an Bedeutung gewinnen, heißt es in der Studie. In Deutschland werde der Verbrauch im Bereich Lebensmittelverpackungen in den kommenden Jahren um jährlich 2,6 Prozent wachsen.
Markt für starre Behälter entwickelt sich dynamisch
Neben Beutelverpackungen gehe der Trend zu Schutzgasverpackungen. Denn die Haltbarkeit der Lebensmittel könne durch eine Veränderung der Gaszusammensetzung innerhalb der Verpackung deutlich erhöht werden. Von zentraler Bedeutung sei dabei die Wahl der geeigneten Folie mit den gewünschten Barriere-Eigenschaften. Aber auch intelligente Verpackungen, Hochbarrierefolien und regalfertige Verpackungen sind laut Studie auf dem Vormarsch.

Biokunststoffe profitieren vom Öko-Image
Noch rasanter soll allerdings der Markt für Biokunststoffe zulegen. Vor allem kurzlebige Einweg-Lebensmittelverpackungen hätten noch ein großes Potential für den Einsatz von Biokunststoffen. Der Verbrauch von Biokunststoffen im Verpackungsbereich werde in den kommenden Jahren in Europa daher voraussichtlich mit über 15 Prozent pro Jahr wachsen, prognostizieren die Marktanalysten. Wesentlicher Markttreiber ist hier die wachsende Vorliebe der Konsumenten für Verpackungen, die als ökologisch gelten. Daher würden als nachhaltig geltende Verpackungen – wie eben die Biokunststoffe – ein starkes Wachstum erfahren. Dazu zählten auch Verpackungen aus recycelten Kunststoffen.
Auch Papierverpackungen können bis zu einem gewissen Grade von diesem Nachhaltigkeitstrend profitieren. Im Untersegment Fertiggerichte soll somit die Wachstumsrate für Verpackungen aus Papier und Karton inklusive Wellpappe im jährlichen Schnitt bei circa 3,1 Prozent liegen. Auch der verstärkte Online-Handel mit Lebensmitteln werde den Verbrauch von Versandverpackungen aus Karton und Wellpappe stützen.

Der gesamte europäische Markt für Lebensmittelverpackungen, das heißt alle Materialien, Verpackungstypen und Anwendungen zusammen, soll laut Studie im Jahr 2022 ein Volumen von rund 38,2 Millionen Tonnen erreichen. Voraussichtlich am stärksten wachsen wird dabei der Verbrauch von Lebensmittelverpackungen für gekühlte und gefrorene Lebensmittel sowie für Fertiggerichte. Konservenverpackungen dagegen hätten Verluste zu verzeichnen.



