Anfrage an Märkischen Kreis

Der Entsorgungskonzern Remondis zeigt Interesse an der Abfallentsorgungsgesellschaft Märkischer Kreis (AMK). Die AMK betreibt unter anderem das Müllheizkraftwerk Iserlohn. Der Märkische Kreis will das Angebot prüfen.

Remondis ist an MVA Iserlohn interessiert


Wie der Märkische Kreis mitteilt, hat Remondis Interesse an der AMK und damit am Müllheizkraftwerk des Märkischen Kreises in Iserlohn gezeigt. Remondis habe eine offizielle Anfrage an den Märkischen Kreis als Hauptgesellschafter der AMK GmbH gerichtet. Darüber hat Landrat Thomas Gemke die Politik sowie die Vorsitzenden der Kreistag-Fraktionenschuss am Donnerstag vergangener Woche informiert.

„Es drängt uns niemand, wir nehmen das Interesse von Remondis zur Kenntnis, werden die Anfrage sorgfältig prüfen und mit der Politik alle Möglichkeiten diskutieren, damit der Kreistag eine Entscheidung fällen kann. Die Anfrage stellt eine zusätzliche Option dar“, erklärt Gemke.

Der Vertrag mit den Mitgesellschaftern der AMK GmbH ist erstmals zum Jahr 2022 kündbar. Er verlängert sich automatisch um jeweils fünf Jahre, wenn nicht gekündigt wird. Mehrheitsgesellschafter der AMK ist der Märkische Kreis mit einem Anteil von 51 Prozent. Die übrigen 49 Prozent liegen bei der MK-Beteiligungsgesellschaft mbH & Co KG.

Wie Gemke betont, sei auch die Fortführung der bisherigen Zusammenarbeit eine Option. Die Gespräche auf Südwestfalen-Ebene über eine gemeinsame Entsorgungsregion seien jedoch vorerst ausgesetzt. „Eine interkommunale Zusammenarbeit bei der Abfallbeseitigung sei richtig, komme aber jetzt zu früh“, hätten die anderen Kreise erklärt. Einige südwestfälische Kreise hätten noch langfristige Verträge mit ihren Abfallentsorgern.

Kein Kommentar von Remondis

Märkischer Kreis
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Remondis selbst wollte den Vorgang nicht kommentieren. Die AMK betreibt das Müllheizkraftwerk Iserlohn bereits seit 1970. Zwischen 1994 und 1996 wurde die Anlage umfassend optimiert. Inzwischen entspricht das Müllheizkraftwerk den Kriterien einer R1-Verwertungsanlage. Die Anlage verfügt über drei Verbrennungslinien und ist auf eine maximale Kapazität von 295.000 Jahrestonnen ausgelegt.

Daneben betreibt die AMK in Lüdenscheid eine Deponie für Bauschuttabfälle. Außerdem organisiert die AMK die Entsorgung der im Märkischen Kreis anfallenden Grünabfälle und ist für das Schadstoffmobil verantwortlich.

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