Jahresbericht für 2014

Der Entsorgungsverband Saar hat seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr veröffentlicht. Insgesamt musste die Sparte Abfallwirtschaft Federn lassen. Aber es gibt auch positive Nachrichten.

Zwischen Rückgang und Rekord


Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat seinen Bericht für das vergangene Jahr vorgelegt. Demnach ist das Wirtschaftsjahr 2014 ein wenig schlechter verlaufen als das Vorjahr. Die Umsatzerlöse sanken leicht von rund 213 Millionen Euro im Jahr 2013 auf circa 209 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Der Jahresüberschuss belief sich auf insgesamt 2,68 Millionen Euro.

Zufrieden dürfte der EVS vor allem mit der Sparte Abwasserwirtschaft sein, die einen Überschuss von 4,67 Millionen Euro erzielte. Die Sparte Abfallwirtschaft hingegen verbucht ein Minus von 1,99 Millionen Euro. Dennoch zieht der EVS eine positive Bilanz für den Bereich Abfallwirtschaft. So habe die Abfallverwertungsanlage in Velsen 2014 das erfolgreichste Betriebsjahr seit Inbetriebnahme 1998 abgeschlossen. Der Zweckverband ist über seine Tochtergesellschaft für Abfallverwertungsanlagen EVS GAV zu 51 Prozent an der Anlage in Velsen beteiligt.

Rückläufiger Hausmüll

Im vergangenen Jahr sind laut Jahresbericht 238.826 Gewichtstonnen Abfälle verwertet worden – ein Plus gegenüber 2013 von 28.000 Tonnen. Gleichzeitig ist das Entsorgungsentgelt mit rund 14,8 Millionen Euro das bislang niedrigste gewesen, das die EVS zahlen musste. Die durchschnittlichen Verbrennungskosten betrugen dem Bericht zufolge rund 62 Euro pro Gewichtstonne.

In der zweiten Abfallverbrennungsanlage im Saarland, dem Abfallheizkraftwerk (AHKW) Neunkirchen, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 131.947 Tonnen Abfall durchgesetzt. Insgesamt musste der EVS im vergangenen Jahr 161.700 Tonnen Abfälle (+21.000 Tonnen im Vergleich zu 2013) von Dritten verwerten, um die Kapazitäten der beiden Anlagen auszulasten. Die Mehrmengen stammten vom lothringischen Abfallverband Sydeme und dem Unternehmen EEW.

Auch im vergangenen Jahr ist die Hausmüllmenge im Saarland gesunken. Demnach sammelte der Zweckverband über die graue Tonne etwa 1.800 Tonnen weniger Material. Die Gesamtmenge ging um rund 1,2 Prozent auf 143.067 Tonnen leicht zurück.

Mehr Abfälle an Wertstoffzentren entsorgt

Für die 20 Wertstoff-Zentren verzeichnet der EVS eine positive Entwicklung. So wurden im Jahr 2014 pro Wertstoff-Zentrum durchschnittlich knapp 2.725 Tonnen an Wertstoffen und Abfällen (inklusive Bauschutt und Grünschnitt) erfasst. Im Vorjahr waren es rund 2.500 Tonnen.

Auch Sperrmüll landete zum großen Teil in den Wertstoff-Zentren. Wie aus dem EVS-Jahresbericht hervorgeht, wurden von den insgesamt 35.585 Tonnen Sperrmüll rund 26.000 Tonnen dort abgegeben. Das entspricht einem Anteil von rund 74 Prozent. Die restlichen 26 Prozent hat die öffentliche Abfuhr eingesammelt.

Elektro- und Elektronikaltgeräte sind ein weiterer Stoffstrom, der an den Wertstoff-Zentren abgegeben wird. Darüber hinaus gibt es diverse Sammelstellen. Für alle Abgabepunkte verbucht der Verband 2014 rund 6.800 Tonnen. Das sind 10,7 Kilogramm Elektro- und Elektronikaltgeräte je Einwohner und Jahr. Mit den angelieferten Geräten erwirtschaftete der EVS laut Jahresbericht knapp 646.000 Euro.

Verlust bei Altpapier, Rekord bei Bioabfall

Nicht ganz so gut lief es bei Altpapier. Für diesen Abfallstrom sind die Einnahmen erheblich gesunken, heißt es im Bericht. Grund seien private Entsorger, die seit 2008 in vielen Gebieten des Saarlandes Altpapier-Tonnen aufgestellt haben. In der Folge sei die Sammelmenge gesunken – im Jahr 2014 erneut um rund vier Prozent gegenüber 2013 auf nun rund 25.660 Tonnen.

Die Mengenentwicklung bei Bioabfälle zeigt nach oben. Insgesamt wurden im Saarland rund 58.000 Tonnen Bioabfälle über die Biotonne eingesammelt. Das sei das höchste Sammelergebnis seit 2006, betont der EVS.

Die Bioabfälle verwertet der EVS innerhalb und außerhalb des Saarlandes. Das stellt die kostengünstigste Lösung dar, heißt es im Jahresbericht. Rund 7.000 Tonnen Bioabfälle lieferte der EVS in die Biogasanlagen von Sydeme. Mit dem lothringischen Abfallverband kooperiert der Entsorgerverband Saar.

Für die Zukunft planen beide Verbände den Bau einer Pilotanlage zur Vergärung kommunalen Grünschnitts in der Grenzstadt Saargemünd. Außerdem will der EVS bis Ende 2015 ein Grüngut-Konzept entwickeln. Ziel sei es, zum 1. Januar 2018 die Grünschnitt-Entsorgung und -Verwertung zu übernehmen.

Zusammenarbeit mit Jülich

Auf der Liste der zukünftigen Projekte stehen auch Maßnahmen zur Sanierung und Rekultivierung von Deponien. Der Verband ist über seine Gesellschaft für Abfallwirtschaft EVS ABW für die drei Zentraldeponien Illingen, Fitten und Ormesheim und die Nachsorge von 35 Altdeponien verantwortlich. Dafür hat der Zweckverband laut Jahresbericht bis Ende 2014 rund 25,3 Millionen Euro an Rekultivierungsrückstellungen gebildet.

Abgeschlossen werden soll in naher Zukunft die Sanierung der Altdeponie Velsen. Die gesamte Deponie sei bereits mit einer Oberflächenabdichtung aus Kunststoff versehen. Nun stehe noch die Gestaltung des Plateaus und der Wegebau auf dem Plan.

Ähnlich weit fortgeschritten ist die Sanierung der Altdeponie Saarlouis-Lisdorf. Dort fehle nur noch der Aufbau einer aktiven Entgasung. Das Deponiegas will der Entsorgerverband künftig mittels eines modernen Kohlenwasserstoffkonverters behandeln. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium über den Projektträger Jülich gefordert.

Jülich hat laut EVS-Jahresbericht auch die Erneuerung des Gasfassungssystems der Zentraldeponie Illingen finanziert. Mit 250.000 Euro seien auf der Deponie insgesamt 12 neue Gasbrunnen sowie eine neue Gassammelstation errichtet worden. Die Entgasung soll nach dem patentierten Verfahren Depo+ erfolgen.

Das Restvolumen der Zentraldeponie Ormesheim liegt derzeit bei 165.037 Kubikmeter und das der Zentraldeponie Fitten bei 327.797 Kubikmeter. Die Kapazität der Deponie Illingen beträgt laut EVS-Bericht 95.000 Kubikmeter.

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