Stark erhöhtes Finanzrisiko

Die bislang ergebnislose Investorensuche hat Konsequenzen für das Rating des Metallrecyclers Scholz. Eine Rating-Agentur hat die Scholz-Anleihe auf Ramsch-Niveau herabgestuft. Die Agentur sieht große Risiken.

Rating-Agentur senkt Bonitätsbewertung für Scholz


Euler Hermes Rating hat das Rating der Scholz Holding GmbH von B- auf CCC gesenkt. Ausschlaggebend für die Herabsetzung ist aus Sicht der Ratingagentur die Zunahme des Finanzrisikos auf ein stark erhöhtes Niveau.

Wesentliche Einflussfaktoren sind nach Aussagen der Analysten unter anderem die fortgesetzt negative Ertragsentwicklung und die verschlechterte Kapitalstruktur. Außerdem gebe es Verzögerungen bei geplanten Desinvestitionen, die nach Meinung der Ratingagentur zu Liquiditätsengpässen führen können.

Darüber hinaus sieht Euler Hermes Rating die Gewinnung von Investoren zur Stärkung der Kapitalbasis als Voraussetzung für die nachhaltige Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Scholz Holding GmbH an. Nach Auskunft der Scholz Holding GmbH wird derzeit über mehrere indikative Beteiligungsangebote von Investoren verhandelt. Unabhängig vom Erfolg des Investorenprozesses steigt nach Einschätzung der Ratingagentur das Risiko, dass Teile des Fremdkapitals zukünftig in Restrukturierungsmaßnahmen einbezogen werden könnten.

Auf einer Stufe mit Junk Bonds

Das Rating CCC gilt als eines der schlechtesten Ratings. Ein solches Rating hatte Griechenland in der Hochphase seiner Finanzkrise. Anleihen mit einem CCC-Rating gelten als so genannte Junk Bonds.

Scholz hatte Mitte September mitgeteilt, dass durch einen neuen Investor die Eigenkapitalbasis der Gesellschaft gestärkt werden soll. Bei der Suche nach Kapitalgebern werden sowohl strategische Partner als auch branchenaffine Finanzinvestoren aus dem In- und Ausland angesprochen. Der Investorenprozess soll bereits in den kommenden Monaten zu positiven Resultaten führen, hieß es im September.

Der Gesellschafter Toyota Tsusho Corp. (TTC) hatte eine Aufstockung seines Anteils an Scholz abgelehnt. TTC hält seit Mitte 2014 eine Beteiligung von 39,9 Prozent an der Scholz Holding GmbH. Die übrigen Anteile in Höhe von 60,1 Prozent liegen bei der Familie Scholz.

Im vergangenen Jahr hatte Scholz ein Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von -123,0 Millionen Euro ausgewiesen. Die Finanzverbindlichkeiten betrugen Ende Dezember 2014 insgesamt 930,7 Millionen Euro.

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