Wachstumsfinanzierung

Die neue Betreibergesellschaft Abo Kraft & Wärme hat weitere Biogasanlagen im Visier. Das nötige Kapital für Übernahmen will sich das Unternehmen über die Ausgabe neuer Aktien besorgen. Die Firma wirbt mit einer Projektrendite von mehr als acht Prozent.

ABO Kraft & Wärme besorgt sich mehr Kapital


Die im Jahr 2014 gegründete ABO Kraft & Wärme AG sieht sich weiter auf Wachstumskurs. Im Zuge von Privatplatzierungen haben sich bislang 50 Aktionäre an der jungen Gesellschaft beteiligt und sieben Millionen Euro Eigenkapital aufgebracht, berichtet das Unternehmen. Nun bietet die Gesellschaft einem begrenzten Kreis der ihr bekannten Investoren bis zu vier Millionen neue Aktien zur Zeichnung an.

Der angestrebte Emissionserlös in Höhe von 4,2 Millionen Euro soll es ermöglichen, im kommenden Jahr ein weiteres Projekt zu erwerben. „Biogasanlagen in Deutschland bleiben aufgrund planerischer Mängel sowie unzureichender Kompetenz der Betriebsführung oft weit unter ihren Möglichkeiten“, berichtet Jochen Ahn, Vorstand der Gesellschaft. „Viele Anlagen produzieren zu wenig Gas. Zudem mindern zu hohe Kosten beim Substrateinkauf vielfach die Wirtschaftlichkeit. In der Folge landen immer mehr Anlagen in Insolvenzverfahren.“

Bislang drei Projekte

Die ABO Kraft & Wärme AG ist eine Tochtergesellschaft der Aktiengesellschaft ABO Wind. ABO Wind sei aufgrund langjähriger Erfahrungen mit der Planung und der Betriebsführung von Biogasanlagen in der Lage, brachliegendes Potenzial zu erkennen, Schwachstellen zu beheben und aus vormals kriselnden Anlagen renditestarke Projekte zu machen, betont ABO Kraft & Wärme. Im Auftrag der Betreibergesellschaft identifiziert ABO Wind solche Projekte und baut sie um.

Ziel der Betreibergesellschaft ABO Kraft & Wärme sei es, eine Projektrendite von durchschnittlich mehr als 8 Prozent zu erwirtschaften. Angesichts der erfolgreichen Geschäftsentwicklung geht der Vorstand davon aus, dass die Gesellschaft im Jahr 2017 eine nennenswerte Dividende wird ausschütten können.

ABO Kraft & Wärme hat bislang in drei Projekte investiert. Zum einen hat sie die Abfallvergärungsanlage Ettinghausen im rheinland-pfälzischen Westerwald aus der Insolvenz erworben. Die Anlage seit Juni 2015 wieder in Betrieb. Aktuell wird die Anlage umgebaut und erweitert. Geplant ist, in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Anlage nach einem neuen Konzept zu betreiben.

Zum anderen hat sie im September dieses Jahres die von der Firma juwi geplante Biogasanlage Ramstein (ebenfalls Rheinland-Pfalz) übernommen. Die Anlage ist seit 2012 in Betrieb und wird derzeit bei laufendem Betrieb umgebaut. Das dritte Projekt ist ein Contracting-Projekt am Wiesbadener Bürostandort „Unter den Eichen“. Dort versorgen Blockheizkraftwerk, Heizkessel und Photovoltaikanlage die Nutzer mit Wärme und Strom.

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