Sanktionen der EU
2014 war schlecht, 2015 noch schlechter und für 2016 ist keine Besserung in Sicht: Für den deutschen Maschinenbau sind die EU-Sanktionen gegen Russland ein wirtschaftliches Problem. Hoffnungen auf einen schrittweisen Abbau der Saktionen haben sich aber inzwischen zerschlagen.
Maschinenbau beklagt Auftragslage aus Russland
Mitte Dezember werden die EU-Außenminister über eine Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate abstimmen. Bislang hofften der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland auf einen schrittweisen Abbau der Sanktionen. Doch diese Hoffnungen haben sich inzwischen zerschlagen, wie der Branchenverband VDMA mitteilt. Demnach werden die Sanktionen aller Voraussicht aufrechterhalten.
Nach Auffassung des VDMA wäre die inzwischen ruhigere Lage in der Region ein Grund gewesen, in Richtung Wirtschaft ein Zeichen zu setzen. Denn noch immer belastet vor allem die Wirtschaftskrise in Russland, basierend auf einem niedrigen Ölpreis und der Rubelkrise, die Stimmung im Land erheblich. Aber auch die Sanktionen führen zu spürbaren Konsequenzen für den deutschen Export von Maschinen- und Anlagen nach Russland.
„Allein in den ersten neun Monaten fielen die Maschinenexporte um knapp 27 Prozent auf 3,58 Milliarden Euro“, berichtet Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Wenn das so bleibt, werden wir in diesem Jahr für nur noch rund 5 Milliarden Euro Güter nach Russland exportieren. Das wären fast 3 Milliarden Euro weniger, als noch vor zwei Jahren.“
Keine Aussicht auf Besserung
Bereits 2014, im ersten Jahr der Sanktionen, waren die Maschinenausfuhren nach Russland um 17 Prozent gesunken. Nur wenige Fachzweige, darunter Hütten- und Walzwerkeinrichtungen, Holzbearbeitungsmaschinen, Kompressoren und Papiertechnik konnten sich diesem Trend noch widersetzen, berichtet der VDMA. Und nur sehr wenige Maschinenbauunternehmen könnten zurzeit in Russland noch Gewinne schreiben. Insgesamt sei das Land innerhalb der vergangenen zwei Jahre im Ranking der wichtigsten Exportmärkte des deutschen Maschinenbaus von Platz 4 auf Platz 10 zurückgefallen.

Dennoch ist Deutschland vorerst wichtigster Technologielieferant Russlands geblieben. Zwar haben die asiatischen Wettbewerber versucht, in jede freie Lücke auf dem russischen Markt zu springen – nach Einschätzung des VDMA aber ohne großen Erfolg. Die russischen Maschinenimporte seien im vergangenen Jahr insgesamt stark zurückgegangen: Die Einfuhren aus der Region Ostasien fielen laut VDMA um mehr als 30 Prozent. Die Maschinenimporte aus China seien 2014 sogar um rund 50 Prozent geschrumpft.
„Es zeigt sich darin, wie stark die Geschäftsbeziehungen der deutschen Maschinenbauer in Russland sind“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter Außenwirtschaft im VDMA. „Das kann aber kein Grund zur Entwarnung sein. Denn sollten die Sanktionen noch lange andauern, wird die angekündigte Hinwendung nach Asien Realität werden und die deutschen Lieferanten dauerhaft ins Hintertreffen geraten.“






