Wirtschaftsplan für 2016
2015 lief gut für den Zweckverband Restmüllheizkraftwerk Böblingen. Die Anlage ist ausgelastet, die Produktion von Fernwärme gestiegen. Für das kommende Jahr kündigt der Zweckverband eine Senkung des Verbrennungspreises an.
MVA Böblingen senkt Verbrennungspreis
In seiner letzten Sitzung in diesem Jahr beriet der Zweckverband Restmüllheizkraftwerk Böblingen (RBB) den Wirtschaftsplan 2016 und zog für das Jahr 2015 Bilanz. Demnach können im Jahr 2015 erneut sieben Prozent mehr Fernwärme produziert werden als 2014. Insgesamt speiste der RBB rund 217.000 Megawattstunden ins Fernwärmenetz der Städte Böblingen und Sindelfingen ein, ein neuer Allzeit-Rekord. Zusammen mit den rund 45.000 Megawattstunden Strom erzeugte die MVA etwa 263.000 Megawattstunden Energie.
„Damit produziert das Restmüllheizkraftwerk die Jahresmenge an Wärme für eine Stadt in der Größe von Böblingen und Strom für eine Stadt wie Herrenberg“, erklärt der Verbandsvorsitzende Landrat Roland Bernhard. „Und auch bei den Preisen können wir uns sehen lassen: Vergleicht man die Verbrennungspreise 2015 mit den inflationsbereinigten Preisen von 2010, so haben wir eine Kostenreduktion um 16 Prozent. Auch 2016 können wir diese erfreuliche Preisgestaltung fortsetzen.“ Der Verbrennungspreis für eine Tonne Abfall sinkt laut Wirtschaftsplan 2016 von 149 Euro auf 144 Euro je Tonne.
Die MVA arbeite derzeit an ihrer Kapazitätsgrenze von rund 160.000 Tonnen Verbrennungsmenge. „Das ist wichtig, weil bundesweit wieder alle Verbrennungsanlagen übervoll sind und kein Müll mehr woanders entsorgt werden kann“, sagt der Landrat. „Durch die Auskopplung von Fernwärme und Strom bei einer Unterschreitung der strengen Umweltgrenzwerte teilweise um das zehnfache leistet der RBB dadurch aber auch einen wichtigen Beitrag für die Energieversorgung im Landkreis Böblingen und eine saubere Umwelt.“
Neuer Anlauf zur Klärschlammverbrennung
In den kommenden Jahren soll es nach dem Willen der Verbandsversammlung einen neuen Anlauf zur Klärschlammverbrennung in Böblingen geben. Geschäftsführer Wolf Eisenmann erklärte, dass eine neue Verordnung die Ausbringung von Klärschlämmen auf Äckern ab 2025 bundesweit verbieten will. Dies sei der Grund, warum der RBB in engem Schulterschluss mit den Städten und Gemeinden aktiv werden wolle.
Dabei geht der RBB bei seinen Ansätzen von einer neuen Verbrennungsanlage aus, die 100.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr aufnehmen könnte, um nochmals rund 20 Prozent mehr Energie zu erzeugen. Ziel ist es zudem, aus der Klärschlammasche den Rohstoff Phosphor zurückzugewinnen. Um diese Überlegungen zu konkretisieren, soll nun eine Vorstudie beim Institut für Siedlungswasserbau der Universität Stuttgart in Auftrag gegeben, die vom Umweltministerium mit der Hälfte der Kosten gefördert wird.