Gemeinsame Biovergärungsanlage

Die beiden Unternehmen MVV Energie und AVR Energie haben ihre Zusammenarbeit zur Gründung des Gemeinschaftsunternehmens AVR BioGas besiegelt. Geplant ist eine Bioabfallvergärungsanlage. Das Bioerdgas wollen die Unternehmen gemeinsam vermarkten.

MVV und AVR unterzeichnen Vertrag


Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie und die AVR Energie (AVR) haben ihre Zusammenarbeit bei der Aufbereitung und Vermarktung von Biomethan aus der Region Rhein-Neckar vertraglich besiegelt. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist einer der zentralen Bausteine unserer Unternehmensstrategie“, betonte Hansjörg Roll, Technischer Vorstand von MVV Energie, bei der Vertragsunterzeichnung in Sinsheim. Das Unternehmen betreibt bereits vier Biomethananlagen. Diese Erfahrung bringt MVV Energie nun in das neu gegründete Gemeinschaftsunternehmen AVR BioGas GmbH ein.

„Voraussichtlich im 3. Quartal 2017 werden wir in Sinsheim mit dem Bau einer hochmodernen Biovergärungsanlage auf dem Gelände des AVR Biomasseheizkraftwerks beginnen“, erklärte Peter Mülbaier, Geschäftsführer der AVR UmweltService GmbH. Im März 2016 wird die AVR in einer Bürgerversammlung über das Bauvorhaben informieren. Als Bauzeit auf dem Gelände des Biomasseheizkraftwerks Sinsheim sind eineinhalb Jahre veranschlagt. Das Invest wird mit 25 bis 28 Millionen Euro beziffert.

Das Rohgas, das bei der Vergärung des Biomülls aus der braunen BioEnergieTonne entsteht, wird die AVR BioGas GmbH auf Bioerdgasqualität aufbereiten und in das öffentliche Erdgasnetz einspeisen. MVV Energie und AVR werden es gemeinsam vermarkten. Die vergorenen Substrate sollen als hochwertiger Dünger für die Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

An der AVR BioGas GmbH hält die AVR Energie GmbH 51 Prozent der Anteile. Die übrigen 49 Prozent liegen in den Händen von MVV Energie. Im Rhein-Neckar-Kreis besteht seit 2012 die Möglichkeit, Speisereste und Grünabfälle über die gebührenfreie BioEnergieTonne getrennt zu sammeln sowie Grünschnitt gebührenfrei abzugeben. Bei den Abgabemengen habe man nach Angaben von Mülbaier, „rasante Steigerungsraten“ verzeichnet: von rund 7.000 Tonnen im Jahr 2011 auf rund 47.000 Tonnen im laufenden Jahr. Für die kommenden Jahre prognostiziert die AVR bis zu 60.000 Tonnen.

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