Abfallbilanz 2014
Thüringens Bürger haben im Jahr 2014 verstärkt Abfälle getrennt. Die Menge der erfassten Wertstoffe Papier, Glas, Metalle, Kunststoffe, Textilien und Bioabfälle ist erneut angestiegen.
Stärkere Abfalltrennung in Thüringen
Thüringer Bürger haben im Jahr 2014 verstärkt Abfälle getrennt. So ist die Menge der erfassten Wertstoffe Papier, Glas, Metalle, Kunststoffe, Textilien und Bioabfälle erneut angestiegen. Sie betrug 227 kg pro Einwohner, was einer Gesamtmenge von 490.000 Tonnen entspricht. Das Hausmüllaufkommen lag mit 130 kg pro Einwohner auf einem unverändert niedrigen Niveau.
„Viele Abfälle können weiter verwertet werden. Da schlummert noch ein hohes Potenzial. So sparen wir Energie, setzten Rohstoffe behutsam ein und sorgen für eine lebenswerte Umwelt“, sagte Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund anlässlich der veröffentlichen Abfallbilanz. Ziel sei es, Stoffkreisläufe zu schließen und von einer Abfallwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft zu gelangen, so die Ministerin.
Bessere Verwertung von Küchen- und Gartenabfällen
Die Zuwächse beim Wertstoffrecycling resultieren vor allem aus einer gestiegenen Menge an getrennt erfassten Bioabfällen. 2014 konnten fast 10 Prozent mehr Biotonnenabfälle als im Jahr zuvor gesammelt werden. Ein ebenfalls positiver Trend zeigt sich bei den Grünabfällen. Mit 64 kg pro Einwohner wurde die Sammelmenge gegenüber 2013 um etwa 12 Prozent erhöht.
Wie Siegemund betonte, bestehe in einigen Landkreisen noch Nachholbedarf bei der Verwertung von organischen Küchen- und Gartenfällen. Die generelle Möglichkeit des Verbrennens von Gartenabfällen, die sogenannten Brenntage, werde es ab 2016 nicht mehr geben. Die Nachteile, die mit einer Verbrennung von Pflanzenabfällen verbunden sein können, seien vielfältig, so die Ministerin. Stattdessen sollen die in einigen Kreisen noch unzureichenden Möglichkeiten zur Abgabe von Gartenabfällen deutlich verbessert werden.
Mehr Elektroaltgeräte zurückgenommen
Mit durchschnittlich 36,4 Leichtverpackungen (Verpackungen aus Kunststoff und Metall, Getränkekartons) je Einwohner, die über die Sammlung mit gelben Tonnen und Säcken einer Verwertung zugeführt wurden, liegt Thüringen deutlich über dem Bundesschnitt von etwa 33 kg. Siegesmund forderte die Bundesregierung auf, endlich die gesetzliche Grundlage für eine flächendeckende gemeinsame Wertstofftonne zu schaffen, in der Verpackungen und alle stofflich vergleichbaren Abfälle wie Plastikschüsseln oder Bratpfannen gesammelt werden.
Die Thüringer Kommunen haben 2014 rund 6,5 kg je Einwohner an Altgeräten entgegengenommen und an Recyclingbetriebe weitergegeben. Das sei erfreulicherweise etwas mehr als in den Jahren zuvor, aber noch immer ausbaufähig. „Alte Elektrogeräte verdienen ein zweites Leben. Am besten durch Wiederverwendung, also Weitergabe über Verschenk- und Verkaufsbörsen, Gebrauchtwarenhäuser, Repaircafés und ähnliches. Wenn das nicht möglich ist, dann durch ein Recycling mit einem Höchstmaß an Ressourceneffizienz“, so die Ministerin. Altgeräte seien zu schade für den Restmüll. Sie könnten in kommunalen Sammelstellen und beim Handel abgegeben werden.
Wie Siegemund weiter hervorhob, seien die von Thüringer Abfalldeponien ausgehenden klimaschädlichen Methangasemissionen in den letzten 15 Jahren um über 90 Prozent reduziert worden. Bis 2020 sollen diese Emissionen fast vollständig eingedämmt sein. Deponien können jedoch sinnvoll genutzt werden, zum Beispiel durch die Errichtung von Solaranlagen auf stillgelegten Deponien. In Thüringen seien bisher auf insgesamt 67 ha Deponiefläche Solaranlagen errichtet worden, wo sie umweltfreundliche Energie produzieren. Das sei etwa ein Fünftel der ehemaliger Deponien bzw. Deponieabschnitte.





