Studie belegt Erfolg

Familienunternehmen brauchen den Vergleich mit anderen Eigentümerstrukturen nicht zu scheuen. Im Gegenteil: Eine neue Studie zeigt, dass Familienunternehmen für Wachstum und Innovationen gut gewappnet sind. Das belegt der Vergleich wichtiger Kennziffern.

Familienunternehmen sind rentabler


Familienunternehmen sind nach wie vor eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Obwohl die rund 4.500 größten Familienunternehmen nur 0,1 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ausmachen, beträgt ihr Anteil am Gesamtumsatz 20 Prozent. Das zeigen die jüngsten Ergebnisse des Kennzahlen-Updates „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“, die der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Deutsche Bank und das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlicht haben.

Den Kennzahlen zufolge fällt der Beschäftigungszuwachs in Familienunternehmen deutlich höher aus als in allen Unternehmen insgesamt. Familienunternehmen bleiben daher ein starker Jobmotor, betonen die Institute. So hätten die rund 4.500 größten dieser Firmen im Jahr 2013 rund drei Prozent mehr Mitarbeiter beschäftigt als im Vorjahr. Damit sei die Zahl der Stellen mehr als doppelt so stark gestiegen wie in allen Unternehmen (plus 1,3 Prozent). 17 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten würden hierzulande in einem der großen Familienunternehmen arbeiten.

statistic_id198382_groesste-familienunternehmen-deutschlands-nach-umsatz-2014Wie die Studie außerdem zeigt, ist die Eigenkapitalausstattung der größten Familienunternehmen weiter gestiegen. Ihre Eigenkapitalquoten erreichten 2013 im Durchschnitt rund 37 Prozent. Der Vergleichswert aller Unternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz betrug im selben Jahr etwa 31 Prozent.

„Die gute Eigenkapitalausstattung der Familienunternehmen ist eine hervorragende Ausgangsposition für Innovationen und Wachstum im In- und Ausland. Aufgabe der Banken ist es, die Familienunternehmer dabei mit ihrem Know-how etwa bei der Risikoabsicherung und Internationalisierung bestmöglich zu unterstützen“, sagte Oliver Bortz, Leiter Firmenkunden der Deutsche Bank AG, zu den Ergebnissen. Auch Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn, konstatiert: „Die größten Familienunternehmen suchen weiterhin vor allem, ihre finanzielle Stabilität zu sichern und ihre Unabhängigkeit zu festigen. Beides trug dazu bei, dass sie auch 2013 rentabler wirtschaften konnten als Nicht-Familienunternehmen.“

Für Hans-Toni Junius, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses, sollte die Politik die richtigen Schlüssen aus dem Kennzahlen-Vergleich ziehen. „Langfristig stabil zu wirtschaften kennzeichnet uns Familienunternehmer. Bei der Reform der Erbschaftsteuer sollte die Politik daher alles unterlassen, was dieses Erfolgsmodell gefährdet“, sagte er.

Für den Kennzahlen-Update wurden 4.497 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz untersucht. Dafür wurden ihre Bilanzen und GuV-Kennzahlen der Jahre  2012 und 2013 und die bereits veröffentlichten Daten von 2014 analysiert.

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