Papiermarkt in Großbritannien
Altpapierhändler in Großbritannien suchen ihr Heil zunehmend auf Exportmärkten. Denn im eigenen Land verschlechtern sich die Absatzmöglichkeiten zunehmend. Viele Maschinen und Linien in den britischen Papierfabriken sind stillgelegt worden.
Großbritannien exportiert mehr Altpapier
In Großbritannien wird immer weniger Papier hergestellt. Mit 3,97 Millionen Tonnen war die Produktionsmenge im vergangenen Jahr so niedrig wie zuletzt im Jahr 1986. Der Rückgang von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr liegt vor allem an den Schließungen und Stilllegungen von Maschinen und Linien in den britischen Papierfabriken: Fast eine halbe Millionen Tonnen an Kapazitäten sind im vergangenen Jahr abgebaut worden. Insgesamt 13 Papiermaschinen wurden stillgelegt.
Wie aus aktuellen Zahlen des britischen Papierverbands CPI hervorgeht, hat sich durch die Schließungen auch der Altpapierbedarf in Großbritannien deutlich verringert. Gesammelt wurden zwar wie im Vorjahr etwas über 8 Millionen Tonnen. Doch davon wurden lediglich 3,3 Millionen Tonnen in hiesigen Fabriken auch eingesetzt – ein Minus von rund 12 Prozent gegenüber 2014. Entsprechend stieg der Export von Altpapier um 11,4 Prozent auf fast 5 Millionen Tonnen. Davon flossen alleine 3,6 Millionen Tonnen nach China. Weitere Abnehmerländer waren Indonesien, Indien, Frankreich und Deutschland.
Ein Drittel weniger grafische Papiere
Hinsichtlich der Produktion von Neuware war der Rückgang bei den grafischen Papieren besonders stark. Hier wurde mit etwas mehr als einer Million Tonnen fast ein Drittel weniger produziert als noch im Jahr 2014. Alleine die Schließung einer Zeitungspapierfabrik in Kent sorgte dafür, dass Produktionskapazitäten von 400.000 Jahrestonnen abgebaut wurden.
Ebenfalls rückläufig war auch die Herstellung von speziellen Verpackungspapieren (- 7 Prozent) und Spezialpapieren (- 10 Prozent). Wie so häufig stemmten sich die Verpackungspapiere gegen den rückläufigen Trend. Hiervon wurden in Großbritannien im Jahr 2015 etwa 1,5 Millionen Tonnen hergestellt – ein Plus von zehn Prozent. Auch die Hygienepapiere erlebten einen ganz leichten Aufwind von 0,5 Prozent auf knapp 772.000 Tonnen.



