Bilanz für 2015

Der Entsorgungskonzern Befesa zieht für das abgelaufene Geschäftsjahr eine positive Bilanz. Umsatz und Nettogewinn stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Verantwortlich waren die guten Geschäfte mit aufbereiteten Aluminiumabfällen und der Bereich Entsorgungsdienstleistungen.

Befesa weist zweistelliges Umsatzplus aus


Die weltweit im Bereich industrielle Entsorgung tätige Befesa Gruppe hat ihre Bilanz für das Jahr 2015 vorgestellt. Fazit: Über alle Unternehmenssparten gerechnet lag der Umsatz bei rund 744 Millionen Euro – ein Plus von 14 Prozent verglichen mit dem Geschäftsjahr 2014. Das Ergebnis vor Steuern notierte bei 144 Millionen Euro. Das bedeutet einen Zuwachs von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gewinnmarge kletterte auf 19 Prozent.

Wie schon das gesamte Jahr über präsentierten sich die einzelnen Sparten des Konzerns unterschiedlich: Äußerst wachstumsstark zeigte sich der Geschäftsbereich Aluminium (Abfälle aus der Aluminiumproduktion). Hier konnte der Umsatz gegenüber 2014 um 27 Prozent gesteigert werden. Unterm Strich wurden mit aufbereiteten Aluminiumabfällen 375 Millionen Euro erwirtschaftet; über die Hälfte des Gesamtumsatzes.

Treiber ist laut Bilanz das erhöhte Produktionsvolumen an Sekundär-Aluminiumlegierungen. Für 2015 werden 169.836 Tonnen ausgewiesen. Das entspricht einem Plus von 34 Prozent gegenüber 2014. Zudem konnten im vergangenen Jahr mehr Salzschlacke/verbrauchte Tiegelauskleidungen aus der Aluminiumproduktion recycelt werden. Insgesamt wurden 459.019 Tonnen des Materials (plus 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) verarbeitet.

Der Zuwachs geht dabei im Wesentlichen auf das Konto des neuen Schmelzwerks im sachsen-anhaltinischen Bernburg, so das Unternehmen. Ein weiterer Grund für den Umsatzanstieg ist der durchschnittlich erzielte Preis für Sekundär-Aluminiumlegierungen an der Londoner Metallbörse. Dieser lag gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent höher.

Nahezu ein Fünftel des Gesamtumsatzes steuerte außerdem der Bereich IES (industrial environmental services) bei. Der Umsatz Entsorgungsdienstleistungen notierte bei 131,9 Millionen Euro und lag damit 20 Prozent über dem Wert von 2014. Generiert wurde er hauptsächlich durch das Unternehmen Grupo Solarca. Befesa hatte den weltweit agierenden Anbieter industrieller chemischer Reinigungsdienste im April 2015 erworben und im Laufe des Jahres in den Konzern integriert.

Weniger zinkhaltige Wälzoxide verkauft

Das Geschäft mit Stahlwerkstäuben hingegen lief weniger rund. In der Unternehmensparte Steel (Stahlwerkstäube) ging der Umsatz um 3,8 Prozent auf 193,2 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 200,8 Millionen Euro). Das lag laut Befesa vor allem daran, dass weniger zinkhaltige Wälzoxide verkauft werden konnten, nämlich 199.534 Tonnen (minus 4,5 Prozent im Vergleich zu 2014). Darüber hinaus sank der Zinkpreis gegenüber 2014 um 10,6 Prozent auf 1,933 US-Dollar je Tonne.

Auch die eingesetzte Menge an zinkhaltigen Stahlwerkstäuben gingen zurück. 2015 verarbeitete Befesa 580.253 Tonnen. Das waren 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Demgegenüber erhöhte sich die eingesetzte Menge an Edelstahlstäuben. Laut Geschäftsbericht wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 93.870 Tonnen behandelt – ein Plus von 5,2 Prozent verglichen mit 2014. Trotzdem sank der Umsatz: Konnte der Entsorgungskonzern 2014 noch 47 Millionen Euro erlösen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 43 Millionen Euro. Als Grund führt das Unternehmen einen Einbruch beim Verkauf von Legierungen an (minus 56 Prozent) und den Verfall des Nickelpreises gegenüber 2014 um 16 Prozent.

Das Geschäft mit Stäuben aus der Stahl- und Edelstahlindustrie konzentriert Befesa in einer eigenen Unternehmenseinheit namens ‚Zinc’. Dazu gehören auch zwei Anlagen in Spanien, die Reststoffe aus der Verzinkungsindustrie recyceln. Den Umsatz für diese Einheit beziffert Befesa für 2015 mit 253,9 Millionen Euro. Das bedeutet ein Minus gegenüber 2014 von 3,2 Prozent.

Geschäftsführer Javier Molina äußerte sich nicht zur Befesa-Jahresbilanz. Es ist aber anzunehmen, dass er mit dem Nettogewinn von 35,7 Millionen Euro zufrieden sein dürfte. Im Vorjahr erzielte der Entsorgungskonzern noch einen reinen Erlös von knapp 21 Millionen Euro.

 

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