Kühlgeräte-Recycling
Ausgediente Kühl- und Gefriergeräte müssen in spezialisierten Kühlgeräte-Recyclinganlagen verwertet werden. Welche Methode am umweltverträglichsten ist, hat nun das Öko-Institut untersucht. Betrachtet wurden vier Entsorgungsalternativen.
Untersuchung zum besten Verwertungs-Verfahren für Kühlgeräte
Das Öko-Institut hat heute die Ergebnisse einer Studie mit dem Titel „Ökobilanzielle Untersuchung zur Verwertung von Kühlgeräten“ vorgelegt. Nach 2008 wollte die RAL-Gemeinschaft Rückproduktion von Kühlgeräten als Auftraggeber erneut wissen, welches Recyclingverfahren ökologisch am besten abschneidet. Verglichen wurden vier Entsorgungsvarianten.
Die erste Variante war der sogenannte Mischbetrieb. Dabei werden alle Kühlgeräte ausschließlich beim Recycler verwertet. Zudem werden Kohlenwasserstoff-haltige (KW) und Fluorchlorkohlenwasserstoff-haltige (FCKW) Geräte zeitgleich in einer gemeinsamen Anlage entsorgt.
Als zweite Variante analysierte das Öko-Institut den Parallelbetrieb. Auch hier werden die Kühlgeräte nur durch den Recycler verwertet. Allerdings werden KW-haltige und FCKW-haltige Geräte in getrennten Anlagen entsorgt.
In Variante 3 gingen die Autoren davon aus, dass alle Geräte beim Kühlgeräterecycler erst einmal im Parallelbetrieb verwertet werden. Die richtig sortierten FCKW-haltigen Geräte werden dann wie in Variante 1 beim Kühlgeräterecycler entsorgt. KW-haltige Geräte sowie fehlsortierte FCKW-haltige Geräte landen schließlich im Spezialshredder.
Die vierte Variante sah wie folgt aus: Bei einer Sammelstelle werden ausgediente Geräte in in KW-haltige und FCKW-haltige sortiert. FCKW-haltige Geräte werden dann wie in den anderen Varianten beim Kühlgeräterecycler entsorgt. KW-haltige Geräte sowie fehlsortierte FCKW-haltige Geräte gehen zu einem Autoshredder und werden dort verwertet.
Mischbetrieb mit besten Noten
Nach umfassender Untersuchung, die unter anderem Parameter wie das Treibhausgaspotenzial, das Versauerungspotenzial und den kumulierten Energieaufwand beinhaltete, stand das Ergebnis fest: Aus ökologischer Sicht ist das hochwertige Recycling von Altgeräten im Mischbetrieb am besten.
Nur so kann laut Studie verhindert werden, dass jährlich 4.800 Kilogramm FCKW in die Atmosphäre entweichen. Darüber hinaus würden zusätzliche Treibhausgaspotenziale von bis zu 54.000 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr vermieden. Bei allen anderen Entsorgungsoptionen würden Klimagase austreten.
So gehen die Studienautoren davon aus, dass im Parallelbetrieb 30 Prozent der gesamten Cyclopentanmenge im Schaum während des Zerkleinerns freigesetzt wird. Darüber hinaus werden durch fehlsortierte FCKW-haltige Geräte 30 Prozent FCKW in die Umgebungsluft abgegeben. Für die Entsorgungsvariante 3 vermuten die Autoren, dass 40 Prozent des Cyclopentans aus KW-haltigen Geräten oder R11 aus fehlsortierten Geräten im Spezialshredder ausgasen.
Noch schlimmer kommt es in Variante 4: Weil die PUR-Schäume aus KW-haltigen Geräten im Autoshredder noch feiner zerkleinert werden als im Spezialshredder, gingen hier 70 Prozent des Cyclopentans oder des R11 aus fehlsortierten Geräten verloren.
Mischbetrieb auch künftig ganz vorne
Dass der Mischbetrieb ökologisch so gut abschneidet, gilt trotz der Tatsache, dass nur noch rund die Hälfte der anfallenden Altgeräte das klimaschädliche FCKW enthalten, betonen die Autoren abschließend. Auch in einer für das Jahr 2020 modellierten Bilanz (Input: 90/10 Prozent KW-/FCKW-Geräte) habe sich der Mischbetrieb als der ökologisch sinnvollste Weg erwiesen. Dabei würden immer noch rund 37.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart.


