Branchenumfrage
Der Umsatz sinkt, die Kosten steigen und zu allem Überdruss droht auch noch Unheil durch das geplante Wertstoffgesetz: Die Mitgliedsfirmen des bvse blicken skeptisch auf das laufende Jahr. Das spiegelt sich auch im Investitionsverhalten wider.
Gedämpfte Stimmung bei bvse-Mitgliedern
Wer auf der Suche ist nach guten Nachrichten, findet in den Ergebnissen der bvse-Branchenumfrage immerhin zwei: Zum einen scheint die Verfassung der bvse-Mitgliedsfirmen noch robust zu sein. Das ist in den aktuellen Zeiten keineswegs selbstverständlich. Und zum anderen konnten die Unternehmen im vergangenen Jahr immerhin noch ein Umsatzplus von 2 Prozent erzielen. Das ist zwar ein Prozentpunkt weniger als 2014, aber immerhin.
Etwas trüber sind die Aussichten für das laufende Jahr. Maximal ein Prozent Umsatzwachstum erwarten die Unternehmen. „Es fehlen die Wachstumsimpulse. Die Branche verharrt insgesamt in einer Phase der Stagnation“, erklärte bvse-Präsident Bernhard Reiling bei der Vorstellung der Branchenumfrage heute in Düsseldorf.
Das spiegelt sich auch im Investitionsverhalten wider. Im vergangenen Jahr betrug die Investitionsquote lediglich 7 Prozent. Mehr als Erhaltungsinvestitionen seien mit diesem Wert nicht zu stemmen, sagte Reiling. Woran das liegt, erklärte er auch. Die vielen Verschärfungen im Abfallrecht erwiesen sich als Bremsklotz und machten den Unternehmern das Leben schwer. „Die Branche hat den Eindruck, dass die Politik nur noch verwaltet und keinen Ehrgeiz hat, neue Ziele zu setzen.“
Kritik üben die bvse-Mitglieder auch an den steigenden Verwaltungs- und Administrationskosten. Die vorwiegend mittelständischen Unternehmen geben außerdem an, einem erheblichen Wettbewerbsdruck ausgesetzt zu sein, der insbesondere von Konzernen und Kommunen ausgehe. Das Thema Wertstoffgesetz löst in diesem Kontext weitere Befürchtungen aus. Immerhin befürchten drei Viertel der Mitgliedsfirmen einen stärken Trend zur Kommunalisierung, sollte die Sammelverantwortung für Wertstoffe aus privaten Haushalten doch den Kommunen zufallen.
„Wir sind nach wie vor der Meinung, dass ein Wertstoffgesetz mit privater Organisationsverantwortung einen bedeutenden Beitrag für mehr Recycling in Deutschland leisten könnte“, unterstrich Reiling. Für die bvse-Mitgliedsunternehmen kommt daher ein Wertstoffgesetz unter kommunaler Organisationsverantwortung nicht in Frage. Eine Kompromisslösung zum Wertstoffgesetz sollte nach Meinung der Mitglieder vor allem einen fairen Wettbewerb von der Sammlung bis zum Recycling ermöglichen. Außerdem dürften die gewerblichen Sammelstrukturen nicht beeinträchtigt und den Konzentrationstendenzen in der Branche kein weiter Auftrieb gegeben werden.




