Verzicht auf Gelber Sack
Die Stadt Mannheim drängt weiter auf die Einführung einer Wertstofftonne. Bis Mitte April sollen die Verhandlungen mit dem zuständigen dualen System abgeschlossen werden. Geplant ist, die Wertstofftonne im Rahmen eines so genannten Gebietsteilungsmodells einzuführen.
Diskussion um Wertstofftonne in Mannheim geht weiter
In Mannheim soll der Gelbe Sack schon bald der Vergangenheit angehören. Derzeit arbeitet die Stadtverwaltung intensiv daran, dass ab 1. Januar 2017 stadtweit die Wertstofftonne eingeführt werden kann. Einer entsprechenden Beschlussvorlage stimmten die Mitglieder des Betriebsausschusses Technische Betriebe am vergangenen Donnerstag einstimmig zu.
Wie die Stadt Mannheim ankündigt, werde nun die Abfallwirtschaft Mannheim die Vertragsverhandlungen mit dem derzeitigen Systembetreiber, der Firma Europäische Lizenzierungssysteme GmbH, fortführen und bis Mitte April 2016 abschließen. Kommt es bei den Verhandlungen nicht zu einer Einigung, wäre die Einführung der Wertstofftonne in Mannheim gescheitert. Aber auch bei einer Einigung müssen noch alle anderen Systembetreiber zustimmen. Erst dann gehört die Gelbe-Sack-Sammlung in Mannheim tatsächlich der Vergangenheit an.
Sauberkeit des Straßenbildes steigern
„Mit dem Wechsel vom Gelben Sack zur Wertstofftonne könnte die Abfallwirtschaft Mannheim einen wichtigen Beitrag zur Stadtsauberkeit leisten“, erklärt Oberbürgermeister Peter Kurz. „In den letzten Jahren gab es immer wieder Verzögerungen bei der Abholung der Gelben Säcke und es kam häufig zu Beschädigungen der Säcke, was Auswirkungen auf die Sauberkeit des Straßenbildes hatte. Die Stadt, insbesondere die Abfallwirtschaft Mannheim, die sich zuverlässig für die Sauberkeit einsetzt, ist jeweils Adressat für die vielen Beschwerden, hat aber gleichzeitig nicht die Verantwortung für die Abholung der Gelben Säcke, da hier nach einer Ausschreibung ein privates Unternehmen beauftragt wurde. Um dieses Dilemma aufzubrechen und die Sauberkeit stadtweit zu verbessern, hat sich der Gemeinderat in einer Resolution und in mehreren Anträgen für die Abschaffung des Gelben Sacks und die Einführung der Wertstofftonne ausgesprochen. Jetzt wollen wir dies umsetzen.“
Darüber hinaus folge die Abfallwirtschaft mit den Verhandlungen auch den Forderungen nach einem Systemwechsel hin zu einer gelben Tonne bzw. Wertstofftonne, die über den Beteiligungshaushalt im Rahmen der Haushaltsberatungen für die Jahre 2016/17 an die Stadt gerichtet wurden, so der Oberbürgermeister.
„Über die Wertstofftonne können nicht nur Leichtverpackungen entsorgt werden, sondern auch andere Wertstoffe, sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen, die bislang in der Restmülltonne landen“, ergänzt Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala. Zudem sei eine Wertstofftonne für die Bürgerinnen und Bürger ein kundenfreundliches und leicht verständliches Sammelsystem.
Stadt will Verantwortung für alle Wertstofftonnen
Für den Umstieg von den Gelben Säcken auf die Wertstofftonne ist die Abfallwirtschaft Mannheim seit August 2015 in Gesprächen mit den zuständigen Systembetreibern. Die bisherigen Verhandlungen ergaben, dass die Wertstofftonne in Mannheim im Rahmen eines sogenannten Gebietsteilungsmodells eingeführt werden soll. Dem Gebietsteilungsmodell liegt nach Angaben der Stadtverwaltung eine Aufteilung des Stadtgebiets zugrunde. Entsprechend der Menge von etwa 20 bis 25 Prozent an stoffgleichen Nichtverpackungen, die erfahrungsgemäß in den Wertstofftonnen eingesammelt werden, würde die Abfallwirtschaft Mannheim die Tonnen für circa 22 Prozent des Stadtgebietes anschaffen, aufstellen und im Vierwochen-Rhythmus leeren.
Die stadtweite Übernahme des Wertstofftonnen-Management werde jedoch vom zuständigen Betreiber kategorisch abgelehnt. „Auch einen kürzeren Sammelrhythmus akzeptiert der Systembetreiber nicht – dies wäre auch für die Abfallwirtschaft Mannheim mit höheren Kosten verbunden“, so Stefan Klockow, Betriebsleiter der Abfallwirtschaft Mannheim. „Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Mannheim wird sich um das von dem privatwirtschaftlich organisierten und finanzierten Betreiber ausgeschriebene Sammelsystem „Gelber Sack“ bewerben – denn erst wenn die Verantwortung für alle Wertstofftonnen wieder beim Eigenbetrieb der Stadt liegt, kann sie Einfluss auf die Leistungserfüllung nehmen“, kündigt Klockow an.
Die stadtweite Einführung der Wertstofftonne kostet nach Angaben der Stadt insgesamt circa 700.000 Euro pro Jahr. Umgerechnet auf den Einwohner seien dies 2,10 Euro pro Jahr. Eine Gebührenerhöhung für 2017 sei aller Voraussicht nach nicht nötig. „In der Folgezeit führt die Einführung der Wertstofftonne zu einer einmaligen Gebührenerhöhung in Höhe von circa 2,3 Prozent“, erklärt Klockow. Im Hinblick auf eine mögliche Gebührenerhöhung appelliert der Eigenbetriebsleiter an das Trennverhalten. Bürger, die richtig trennen, könnten beim Restmüllaufkommen sparen und dann eventuell auf eine kleinere Restmülltonne umsteigen.
Gelber Deckel mit grauem Rumpf
Für die Wertstoffe soll es zwei Behältergrößen in einheitlicher Gestaltung mit grauem Rumpf und gelbem Deckel geben: den zweirädrigen 240-Liter-Behälter und den 1.100-Liter-Behälter mit vier Rädern. Dies würde dann einheitlich für die ganze Stadt gelten.




