Zukunft des MHKW Iserlohn

Verkaufen, fortführen oder neue Vertragspartner? Gutachter haben die Optionen bewertet, die dem Märkischen Kreis für das Müllheizkraftwerk Iserlohn zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse haben sie vor kurzem vorgestellt.

Gutachter bewerten Optionen für MHKW Iserlohn


Was wird aus der Abfallentsorgungsgesellschaft Märkischer Kreis (AMK) und damit aus dem Müllheizkraftwerk in Iserlohn? Das war ein zentrales Thema in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Der Märkische Kreis ist mit 51 Prozent an der AMK, der Betreibergesellschaft des MHKW Iserlohn, beteiligt. Die übrigen 49 Prozent liegen bei der MK-Beteiligungsgesellschaft, an der die beiden privaten Mitgesellschafter die Entsorgung Dortmund (EDG) und Lobbe beteiligt sind.

Die zentrale Frage ist, ob der Kreis die Zusammenarbeit mit den privaten Mitgesellschaftern fortsetzen soll. Die Verträge mit EDG und Lobbe sind erstmals mit zweijähriger Frist zum 31. Dezember 2021 kündbar. Der Kreistag hatte zur Beantwortung dieser Frage die Unternehmensberatung PwC beauftragt. In der Sitzung des Kreisausschusses stellten die PwC-Vertreter die Vor- und Nachteile der verschiedenen Handlungsoptionen vor.

Das zentrale Ergebnis ist, dass nach Auffassung der Gutachter der bestehende Entsorgungsvertrag fortgesetzt werden sollte. Alle Zielvorgaben des Kreises, die Entsorgungs- und Beschäftigungssicherung, die vertraglich verpflichtete Lieferung von Strom und Fernwärme sowie die Vermeidung von Risiken für den Kreishaushalt, würden erreicht, heißt es seitens der Kreisverwaltung.

Allerdings hätten die Gutachter auch festgestellt, dass das MHWK mit einer Verbrennungskapazität von bis zu 230.000 Tonnen pro Jahr „erheblich zu groß“ sei für den Märkischen Kreis. Die Gutachter empfahlen daher den Kreispolitikern, von einem alleinigen Betrieb der Anlage abzusehen. Eine Auslastung der Anlage ohne Private sehen sie als nicht sinnvoll an. Mitte April soll das Gutachten in allen Kreistagsfraktionen noch einmal ausführlich vorgestellt werden.

Sieben Kaufinteressenten

Eine weitere Option ist der Verkauf des kreiseigenen Mehrheitsanteils. Der Märkische Kreis hat deshalb Ende Januar ein Interessenbekundungsverfahren im EU Amtsblatt  durchgeführt. Darin hat der Kreis seine Absicht bekannt gegeben, gegebenenfalls seine Beteiligungen an den verschiedenen Gesellschaften des AMK Unternehmensverbunds zu veräußern. Laut Kreis haben bislang folgende Unternehmen ihr Interesse bekundet:

  1. Stadtwerke Iserlohn GmbH,
  2. Lobbe Industrieservice GmbH & Co. KG,
  3. MK Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG,
  4. EDG Holding GmbH,
  5. EEW Energy from Waste GmbH,
  6. Remondis GmbH Rheinland,
  7. Stratmann Städtereinigung GmbH& Co. KG.

Im Fall einer Veräußerung würden die Anteile nur zusammen verkauft, wie der Kreis betont. Denkbar ist laut Bekanntmachung, dass der Märkische Kreis seine Anteile an dem Unternehmensverbund nicht vollständig, sondern lediglich zu 40 bis maximal 46 Prozent verkauft. In diesem Fall würde der Märkische Kreis Minderheitsgesellschafter in Höhe von 5 bis maximal 11 Prozent bleiben.

Die Bekanntmachung diente nach Angaben des Kreises lediglich dazu, eine erste Einschätzung zu erhalten, welches Interesse am Markt an einem Erwerb der Gesellschaftsanteile besteht. Daher wurde noch keine vertiefte Eignungsprüfung durchgeführt. Die Interessenten hatten lediglich einige rechtliche, wirtschaftliche, finanzielle und technische Angaben zu machen. Auch wurden den Interessenten noch keine vertieften Informationen über die einzelnen Gesellschaften mitgeteilt.

Die AMK betreibt das Müllheizkraftwerk Iserlohn bereits seit 1970. Zwischen 1994 und 1996 wurde die Anlage umfassend optimiert. Inzwischen entspricht das Müllheizkraftwerk den Kriterien einer R1-Verwertungsanlage und verfügt über drei Verbrennungslinien. Daneben betreibt die AMK in Lüdenscheid eine Deponie für Bauschuttabfälle. Außerdem organisiert die AMK die Entsorgung der im Märkischen Kreis anfallenden Grünabfälle und ist für das Schadstoffmobil verantwortlich.

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