Trennung schwer siebfähiger Materialien

Bau-Mischabfälle, Schlacken oder Deponierückstände zu separieren, kann schwierig sein. Je nach Material verklebt oder verstopft die Siebmaschine, Drähte verhaken, Textilien verwickeln sich. Mit einer neuen Maschine soll das der Vergangenheit angehören.

Kein Verhaken, kein Verwickeln mehr


Die Firma, die das verspricht, ist der Anlagenhersteller Doppstadt. Das Unternehmen hat sein Portfolio um einen neuen Splitter namens X2 erweitert. Die Maschine ist das Ergebnis der ersten Zusammenarbeit mit der Firma Anlagenbau Günther.

Mit der Technik könnten schwer siebfähige Materialien in bis zu drei verwertbare Fraktionen getrennt werden, teilt Doppstadt mit. Als Input eigneten sich Bau-Mischabfälle. Ebenso könnte der Splitter Steine und Erden, Metallschrott, Schlacken und Deponierückstände verarbeiten.

Zentrales Element des X2 sind Spiralwellen. Sie lockern, trennen und dosieren das Inputmaterial. Im Prozess würden schwere, kubische Stoffe zur Seite ausgetragen, erläutert Doppsatd. Leichte und lange Stoffe schwämmen obenauf und würden in Förderrichtung ausgetragen. Kleinere Materialien fielen zwischen den Wellen hindurch.

Der Vorteil ist nach Angaben des Maschinenhersteller, dass je nach Material Verstopfungen ausgeschlossen sind. Weil die Spiralen nur an einer Seite fest aufgehängt sind, drehen sie die Materialien über die Rotation wieder heraus. In der Folge könnten sich Stoffe wie Drähte nicht verhaken, Textilien nicht verwickeln oder einen Zopf bilden. Zudem reinige sich das System von selbst, eine manuelle Reinigung wie bei herkömmlichen Siebsystemen sei nur sehr selten notwendig.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Störstoffe im Splitter zur Seite oder in Förderrichtung ausgeworfen werden. Dies verhindere Störungen im Prozess, aber auch Schäden oder gar einen Bruch der Maschine. Ferner könne auf eine Vorbehandlung des Inputs nahezu verzichtet werden. Unterm Strich müsste etwa lehmanhaftendes Steinmaterial aus Steinbrüchen einfach über ein Steingitter aufgegeben werden und liege nach der Behandlung sortenrein in drei verwertbaren Fraktionen vor.

Der Splitter X2 kann mobil oder stationär eingesetzt werden. Interessierte können ihn live auf der „bauma 2016“ begutachten, die vom 11. bis 17. April 2016 in München stattfindet.

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