Zahlen von Eurostat

Bis 2030 sollen höchstens 10 Prozent der Siedlungsabfälle deponiert werden. So will es die EU-Kommission. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg: Bislang erfüllen nur sieben von 28 EU-Staaten die geplante Vorgabe.

Nur sieben EU-Staaten erreichen Deponierungsziel bereits


Am weitesten entfernt von der 10 Prozent-Marke ist Lettland. Dort wurden im Jahr 2014 noch 92 Prozent der Siedlungsabfälle deponiert. Wenig besser sind Malta (88 Prozent), Rumänien (82 Prozent) und Griechenland (81 Prozent).

Im Durchschnitt aller 28 EU-Staaten liegt die Deponierungsquote bei 28 Prozent. Das liegt unter anderem an den sieben EU-Staaten Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland sowie die Niederlande, Österreich und Schweden, die eine Ablagerungsquote von deutlich unter 10 Prozent aufweisen.

Eurostat
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Wie aus den Eurostat-Zahlen für 2014 weiter hervorgeht, produzierte jeder EU-Bürger im Durchschnitt 475 Kilogramm Siedlungsabfall. Das sind laut Eurostat 10 Prozent weniger als noch 2002. Die Bilanz fällt in den einzelnen Mitgliedsstaaten jedoch unterschiedlich aus: Die wenigsten Abfälle pro Kopf fielen in Rumänien (254 Kilogramm), Polen (272 Kilogramm) und Lettland (281 Kilogramm) an. Spitzenreiter Dänemark hingegen produzierte mit 759 Kilogramm pro Kopf dreimal so viel wie Rumänien. Deutschland landete auf Platz drei und weist 618 Kilogramm Siedlungsabfälle pro Kopf aus.

Von den angefallenen 475 Kilogramm Siedlungsabfall wurden 465 Kilogramm behandelt. Allerdings wurden EU-weit nur 28 Prozent recycelt. Weitere 27 Prozent wurden verbrannt. Damit fällt die Verbrennungsquote sogar geringer aus als der Anteil der Deponierung (28 Prozent). Weitere 16 Prozent der Siedlungsabfälle wurden kompostiert.

In Deutschland liegt die Recyclingquote für 2014 bei 47 Prozent. 35 Prozent der Siedlungsabfälle gingen in die Müllverbrennung, weitere 17 Prozent wurden kompostiert. Die höchste Recyclingquote innerhalb der EU weist Eurostat für Slowenien aus (49 Prozent). Die geringste Recyclingrate verbuchen Lettland (3 Prozent) und Rumänien (5 Prozent).

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