Schwierige Finanzlage

Die kriselnden deutschen Tochtergesellschaften der Recylex-Gruppe haben bei der Suche nach einer Finanzierungslösung Aufschub bekommen: Die Rückzahlungsfrist für einen Kredit wurde verlängert – wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum.

Druck auf Recylex steigt


Der Ausgang der finanziellen Krise  bei der Recylex-Gruppe ist nach wie vor offen. Bis Ende März sollte eigentlich ein Finanzierungsangebot vorliegen, sonst sei die Fortführung der Unternehmen gefährdet, teilte die Muttergesellschaft Recylex Ende Februar mit. Das Geld wird unter anderem für die neue Industrieanlage im Geschäftsbereich Blei sowie die Refinanzierung einer Kreditlinie in der Höhe von 3 Millionen Euro benötigt. Außerdem müssen die umlaufenden Betriebsmittel der deutschen Tochtergesellschaften gedeckt werden.

Am vergangenen Donnerstag, kurz vor Ablauf der Frist, gab die Recylex-Gruppe bekannt, dass sie von den Kreditgebern einen Monat Aufschub bekommen hat. „Im Rahmen der laufenden Diskussionen wurde die ursprünglich für den 31. März 2016 terminierte Rückzahlungsfrist für eine Kreditlinie von 3 Millionen Euro der deutschen Tochtergesellschaften der Gruppe zunächst auf den 30. April 2016 verschoben“, heißt es seitens des Unternehmens.

Im Zuge dessen gibt es auch Verschiebungen im Finanzkalender der Gruppe. Wegen der Verhandlungen über die Finanzierungslösung sei es nicht möglich, dem Aufsichtsrat der Recylex SA die Billigung des Konzernjahresabschlusses zu ermöglichen. Gleiches gelte für den Jahresabschluss für das zum 31. Dezember 2015 abgeschlossene Geschäftsjahr im Hinblick auf die Fortführung des Geschäftsbetriebs.

Die ursprünglich für den 7. April vorgesehene Veröffentlichung der Jahresergebnisse 2015 und die geplante Hauptversammlung der Aktionäre am 25. Mai werde daher auf ein späteres Datum verschoben.

Rückläufiger Umsatz

Im Geschäftsjahr 2015 verbuchte die Gruppe wiederholt einen Umsatzrückgang. Wie der Recyclingkonzern mitteilte, ist der Jahresumsatz um 9 Prozent auf 385,4 Millionen Euro gesunken. Angaben zum Gewinn oder Verlust macht die Gruppe zwar nicht, doch die finanzielle Situation der Gruppe scheint sich immer mehr zuzuspitzen.

Zur Recylex-Gruppe gehören die Recylex GmbH mit Sitz in Hannover und Goslar sowie die Tochterfirmen Weser-Metall GmbH in Nordenham (Bleischmelzofen und Bleiproduktion), die PPM Pure Metals Gmbh in Langelsheim (Spezialmetalle), die Norzinco GmbH in Goslar (Recycling von Altzink) und die Harz-Metal GmbH (Aufbereitung von Blei-Säurehaltigen Altbatterien und Recycling von zinkhaltigen Stahlwerksstäuben). Hinzu kommen die französischen Gesellschaften Recylex Villefranche, C2P SAS, Recytech SA und Recylex Escaudoeuvres sowie die belgische Gesellschaft Fonderie et Manufacture de Métaux (FMM) S.A.

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