Verwertung von Biomasse

Das hessische Umweltministerium ist mit seinem Biomasseaktionplan zufrieden. Mehr als jede dritte Kilowattstunde Strom in Hessen wird inzwischen aus Biomasse gewonnen. Wärme stammt zu 90 Prozent aus dieser Quelle. Aber es ist noch Luft nach oben.

Hessen erzeugt mehr Strom und Wärme aus Biomasse


Bioenergie erobert einen festen Platz im regenerativen Energiemix in Hessen. Das zeigt eine aktuelle Erhebung zur energetischen Biomassenutzung für das Jahr 2014. An der gesamten erneuerbaren Energieerzeugung im Strom- und Wärmebereich hatte die Bioenergie demnach einen Anteil von rund 70 Prozent.

Unterm Strich wurden in Hessen laut Erhebung rund 2,1 Terawattstunden Strom und 8,4 Terawattstunden (TWh) Wärme aus Biomasse erzeugt. Im Referenzjahr 2008 waren es noch 0,9 TWh Strom und 5,4 TWh Wärme. Das entspricht einem Anstieg von 66 Prozent. Insgesamt liegt der Gesamtstromverbrauch in Hessen nach vorläufigen Schätzungen bei 35,4 TWh, der Wärmeverbrauch bei circa 74,4 TWh.

Die hessische Umweltstaatssekretärin Beatrix Tappeser zeigt sich bei der Vorstellung der Daten besonders erfreut, dass Strom und Wärme zu 40 Prozent auf der Basis von Abfall- und Reststoffen erzeugt wurde. Das schließe die Nutzung von Deponie- und Klärgas sowie den biogenen Bestandteilen des Hausmülls mit ein. Die restlichen 60 Prozent Biomasse stellt Energiemais, der für die Biogasproduktion auf rund 4,2 Prozent der Ackerfläche Hessens angebaut wird.

Künftig will Trappeser die Biomassenutzung noch stärker ausbauen. Insbesondere die Nutzung von Abfall- und Reststoffen soll intensiviert werden. Hier liege der Fokus auf bislang ungenutzten Reststofffraktionen, wie zum Beispiel holzigem Material aus der Landschaftspflege.

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