Abgasreinigung bei MVA Leuna

In einem Pilotprojekt stellt MVV Umwelt die Abgasreinigung der MVA Leuna auf ein Trockensorptionsverfahren um. Dadurch sollen nicht nur Additive eingespart werden. Auch die Menge an Reststoffen zur Deponierung soll reduziert werden.

MVV Umwelt setzt Trockensorptions-Verfahren ein


Die MVV Umwelt GmbH führt ein Pilotprojekt durch, mit dem die Abgasreinigung ihrer Abfallverbrennungsanlage in Leuna auf ein innovatives Trockensorptionsverfahren umgestellt wird. Die Umrüstung der vierstufigen quasitrockenen Abgasreinigung auf das neue Verfahren wird durch das Umweltinnovationsprogramm mit 1,76 Millionen Euro gefördert.

Wie das Bundesumweltministerium (BMUB) mitteilt, kann mit dem Trockensorptionsverfahren die überschüssige Abgaswärme für die Wärmeversorgung genutzt werden. Dabei würden bis zu 60.000 Megawattstunden Erdgas und 40.000 Kubikmeter Wasser eingespart. Darüber hinaus könnten jährlich ca. 1.600 Tonnen Additive eingespart und die Menge an Reststoffen zur Deponierung um bis zu 20 Prozent (ca. 7.000 Tonnen pro Jahr) reduziert werden. Das  CO2-Minderungspotenzial liegt bei rund 5.000 Tonnen pro Jahr.

Das neue Verfahren wurde in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Firma LAB Deutschland entwickelt. Grundsätzlich sei das Trockensorptionsverfahren auf jede Abfallverbrennungsanlage mit einer quasi trockenen Abgasreinigungsanlage übertragbar, so das BMUB. Die Technik könne auch in Abgasreinigungssystemen von Verbrennungsanlagen anderer Branchen mit vergleichbaren Schadstoffgehalten installiert werden.

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