Hohe Verfügbarkeit
Die generalsanierte Müllverbrennungsanlage Spittelau hat die Bewährungsprobe bestanden. Im ersten Winterbetrieb nach dem Umbau war die Verfügbarkeit der Anlage so hoch wie zuvor. Die Stromproduktion verdreifachte sich.
Positive Bilanz nach Umbau der MVA Spittelau
Die generalsanierte Müllverbrennungsanlage Spittelau in Österreich hat die Heizsaison erfolgreich absolviert. Die durch Hundertwasser weltweit bekannte Anlage war diesen Winter erstmals wieder im Vollbetrieb. Rund hat 130 Millionen Euro hat der Energieanbieter Wien Energie in die Optimierung der Strom- und Fernwärmeproduktion investiert.
„Die Effekte des Komplettumbaus in der Spittelau sind nun sichtbar“, erklärte Wiens Stadträtin für Umwelt, Ulli Sima. „Die Verfügbarkeit der Müllverbrennungsanlage war mit 4.100 Betriebsstunden im ersten Halbjahr so hoch wie nie zuvor, der Wirkungsgrad erhöhte sich auf 76 Prozent, und die Stromproduktion verdreifachte sich. Die neue Anlage sorgt dafür, dass Wärme und Strom für Wien noch effizienter erzeugt werden.“ Vor der Sanierung erreichte die Anlage einen Wirkungsgrad von 70 Prozent.
Strom für 50.000 Haushalte, Wärme für 60.000 Haushalte
Die MVA war seit September rund 95 Prozent, also beinahe durchgehend, im Einsatz. Unterbrochen wurde der Betrieb durch kurze, routinemäßige Reinigungsarbeiten. Laut Wien Energie wurden zwischen Oktober und März 130.000 Tonnen Müll angeliefert. Die Stromproduktion habe sich von 20 auf 60 Gigawattstunden verdreifacht. Die Wärmeerzeugung blieb in dieser Zeit mit 250 Gigawattstunden unverändert. Die Müllverbrennung Spittelau versorgt in Wien 60.000 Haushalte mit Fernwärme und 50.000 Haushalte mit Strom. Vor der Sanierung lag dieser Wert bei Strom bei 16.000 Haushalten.
„Der Umbau war ein Megaprojekt mitten in der Stadt auf engstem Raum. Nun ernten wir die Früchte der Investition“, sagt der für den Energiebereich zuständige Wiener Stadtwerke-Vorstand Robert Grüneis. Die Anlage Spittelau verfüge über eine der weltweit modernsten Rauchgasreinigungen und verwerte jährlich rund 250.000 Tonnen Abfall. Mit einer installierten Gesamtleistung von 400 Megawatt und einer durchschnittlichen Produktion von 120 Gigawattstunden Strom sowie 500 Gigawattstunden Wärme sei sie der zweitgrößte Erzeugungsstandort im Fernwärmeverbundnetz von Wien Energie nach dem Kraftwerk Simmering 1.
Die Sanierung nahm dreieinhalb Jahre in Anspruch. Im Zuge der Modernisierung der Anlage wurden die Müllkessel 1 und 2 erneuert, die Denox-Anlage (Katalysator für Stickoxyde) ausgetauscht und die alten Elektro-Filter durch Gewebefilter ersetzt. Des Weiteren wurden eine neue Umformerstation zur Fernwärmeauskopplung installiert, die alte Turbine durch eine neue samt Generator ersetzt und ein neues Entaschungssystem eingerichtet. Darüber hinaus wurden ein neuer Speisewasserbehälter und ein neues Wasser-Dampf-System installiert.