Lebensmittelabfälle
Ein britisches Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Essensreste als Brennstoff genutzt werden können. Das neue Verfahren kann dezentral eingesetzt werden und hat gegenüber Biogasanlagen einen entscheidenden Vorteil.
Dezentrale Energiegewinnung aus Lebensmittelresten
Das britische Unternehmen Tidy Planet hat gemeinsam mit der Düsseldorfer Firma Entrade eine Möglichkeit gefunden, Essensreste aus Hotels oder der Gastronomie als Brennstoff zu nutzen. Anders als bei der Verwertung in Biogasanlagen müssen die Abfälle nicht sortenrein sein, sondern können auch Verpackungsreste enthalten.
Dazu werden die Essensreste von Tidy Planet getrocknet, zu einer Art Pellets verarbeitet und dann im Verhältnis 20:80 mit Standard-Holzpellets vermischt. Aus einer Zufuhr von 19 Kilogramm pro Stunde kann nach Angaben des Unternehmens mit einem Gesamtwirkungsgrad von 85 Prozent elektrische und thermische Energie gewonnen werden.

Das Brennstoffgemisch wurde im E3-Waste-to-Power-Generator des Düsseldorfer Unternehmens Entrade getestet. Der E3- Reaktor hat ein Ausmaß von nur 1,80 Meter mal 1,60 Meter und eignet sich daher für den dezentralen Einsatz in Restaurants, Hotels oder auch Flughäfen. Er erzeugt eine Leistung von 25 Kilowatt elektrisch und 60 Kilowatt thermisch. Aus dem festen Brennstoff wird vollautomatisch ein Synthesegas erzeugt, das in einem Motor in Strom und Wärme umgewandelt wird. Aufgrund der Temperaturen im E3-Kraftwerk können nach Angaben von Entrade und Tidy Planet auch Verpackungsreste enthalten sein.
Neben Lebensmittelresten können in dem E3-Kraftwerk auch andere Brennstoffe wie Autoreifen, reine Holzpellets oder Bambus zum Einsatz kommen. Entrade ist Teil des Los Angeles Cleantech Incubator LACI und des Silicon Valley-Programms des German Accelerators. Gemeinsam mit seinem Engineering-Unternehmen Agnion Energy wird ENTRADE insgesamt von 40 Regierungsprogrammen unterstützt und managt ein Programm der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GIZ in Serbien.
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