Aufbereitung von Aluminiumschrott

Das geschlossene Recyclingsystem bei Jaguar funktioniert. Im vergangenen Jahr hat der englische Automobilhersteller im großen Stil Aluminium-Verschnitte aus seinen Presswerken wiederverwertet. In den kommenden Jahren soll der Sekundäraluminium-Anteil noch weiter gesteigert werden.

Kreislaufwirtschaft bei Jaguar


Bereits im Jahr 2008 startete Jaguar das Recylingprojekt ‚Realcar‘. Der Projekttitel Realcar steht für Recycled Aluminium Car. An dem Projekt waren die Organisation Innovate UK, der Aluminiumhersteller Novelis, die Aluminiumgießerei Norton Aluminium, der deutsche Karosseriebauteilhersteller Stadco sowie die Brunel Universität London und das Unternehmen Innoval Technology beteiligt. Ihr gemeinsames Ziel war es, mehr Aluminiumreste aus der Produktion hochwertig zu verwerten.

Im Zuge des Projekts entwickelte Novelis eine spezielle Aluminium-Legierung, die mehr Aluschrott beinhalten darf. Jaguar investierte etwa 9 Millionen Euro, um in seinen Presswerken in Halewood, Castle Bromwich und Solihull neue Trennsysteme für Aluminiumblechverschnitt zu installieren. Darüber hinaus implementierten elf weitere britische Presswerke ein geschlossenes Recyclingsystem für die möglichst sortenreine Separation.

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Karosserie des Jaguar XE (Quelle: Jaguar)

In der Folge können die Aluminiumreste nun hochrein abgetrennt und in die Aluminiumproduktion zurückgeführt werden. Bei Novelis wird das Material schließlich umgeschmolzen und für neue hochfeste Aluminiumbleche verwendet, die wiederum an den Automobilhersteller zurückgehen.

Jaguar verbaut die Bleche momentan in den Karosserien seiner Modelle XF, F-Pace und seit Neuestem im neuen Jaguar XE. Im vergangenen Jahr wurden somit 50.000 Tonnen Aluschrott in Jaguar-Modellen verbaut. In den kommenden Jahren will Jaguar den Sekundäraluminiumanteil in seinen Fahrzeugkarosserien weiter steigern: Bis 2020 soll sich der Anteil auf 75 Prozent erhöhen.

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