Zahlen für 1. Quartal
Die französische Recycling-Gruppe Recylex verzeichnet für das erste Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang. Besonders betroffen waren die Geschäftsbereiche Spezialmetalle und Zink. Der Konzern hofft nun auf das zweite Quartal - und auf eine Finanzierungslösung für seine kriselnden deutschen Tochtergesellschaften.
Umsatzrückgang für Recylex
Die französische Recylex-Gruppe hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres einen Konzernumsatz von 92,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Das bedeutet ein Minus von 13 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2015.
Als Grund führt Recylex die gesunkenen Zink- und Bleipreise an. So habe der Bleipreis im ersten Quartal 2016 gegenüber dem ersten Quartal 2015 um durchschnittlich 1,4 Prozent abgenommen. Der durchschnittliche Zinkpreis sei im selben Zeitraum gegenüber dem ersten Quartal 2015 um nahezu 18 Prozent eingebrochen. Die einzelnen Geschäftsbereiche waren in der Folge unterschiedlich stark betroffen.
Blei leicht, Zink stark im Minus
Im umsatzstärksten Geschäftsbereich Blei (74 Prozent des Konzernumsatzes) sank der Umsatz gegenüber dem ersten Quartal 2015 um 9 Prozent auf 68,9 Millionen Euro. Damit einher ging die rückläufige Produktion der Bleihütte in Nordenham. Mit 28.965 Tonnen wurde 11 Prozent weniger Material als in den ersten drei Monaten 2015 hergestellt (2015: 32.614 Tonnen). Wie Recylex mitteilt, sei aus diesem Grund die selektive Beschaffungspolitik für Altbatterien fortgesetzt worden.
Der Geschäftsbereich Zink (17 Prozent des Konzernumsatzes) musste in den ersten drei Monaten 2016 noch mehr Federn lassen. Hier wurden laut Geschäftszahlen 15,5 Millionen Euro erlöst. Dies entsprach einem Rückgang von 20 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Daran änderte auch der Umsatz der Recytech SA (50-Prozent-Beteiligung) nichts. Zusammengenommen konnte ein Umsatz von 19,3 Millionen Euro verbucht werden (Vorjahreszeitraum: 24 Millionen Euro).
Die Gesamtproduktion von Wälzoxiden der Tochtergesellschaft Harz-Metall und der Recytech SA blieb mit 18.882 Tonnen stabil. Das traf auch auf die Produktion von Wälzoxiden der deutschen Tochtergesellschaft Norzinco zu. Mit 6.060 Tonnen im ersten Quartal 2016 wurde nur geringfügig weniger Material als im ersten Quartal 2015 produziert (6.136 Tonnen).
Auch bei der Verarbeitung von Staub von Elektrostahlwerken musste Recyclex Umsatzeinbußen hinnehmen. Die Einbuße entsprach dem Rückgang des durchschnittlichen Zinkpreises, heißt es seitens des Unternehmen. Das würde eine Größenordnung von 18 Prozent bedeuten. Das Recycling von Zinkabfällen war laut Recylex durch den kräftigen Anstieg der Beschaffungspreise beeinträchtigt. Grund sei auch hier die unvorteilhafte Entwicklung in Folge sinkender Zinkpreise im Berichtszeitraum Hinzukam sowie fehlendes Recycling-Material gewesen.
Massiver Einbruch bei Spezialmetallen
Den stärksten Umsatzeinbruch verzeichnet die Gruppe für den Geschäftsbereich Spezialmetalle (4 Prozent des Konzernumsatzes): Der Umsatz brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum im ersten Quartal 2016 um 39 Prozent ein. Unterm Strich erlöste die Recylex-Tochter PPM Pure Metals einen Umsatz von 3,9 Millionen Euro (2015: 6,4 Millionen Euro). Hauptverantwortlich dafür sei das rückläufige Verkaufsvolumen von Germanium aufgrund eines besonders schwachen Glasfasermarktes.
Der schwache Erdölpreis schwächte zudem den Geschäftsbereich Kunststoff (5 Prozent des Konzernumsatzes). In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2016 entfielen auf diesen Bereich 4,2 Millionen Euro – ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2015. Die Gesamtproduktion betrug 4.005 Tonnen rezykliertes Polypropylen gegenüber 4.780 Tonnen im ersten Quartal 2015. Das entspricht einem Minus von 16 Prozent.
Rückzahlungsfrist noch einmal verlängert
Für das laufende Jahr rechnet der französische Recycler mit etwas Erholung: „Die Gruppe dürfte im zweiten Quartal 2016 von den anziehenden Rohstoffkursen und von einer günstigeren Vergleichsbasis profitieren, da im zweiten Quartal 2015 in Deutschland große Wartungsstillstände in den Geschäftsbereichen Blei und Zink durchgeführt wurden“, sagte Yves Roche, Vorstandsvorsitzender der Recylex Gruppe.
Bei der Suche nach einer Finanzierungslösung für die angeschlagenen deutschen Tochtergesellschaften der Recylex-Gruppe hat der Konzern nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte erzielt. Noch seien sie aber nicht abgeschlossen. Ziel sei es, die Verhandlungen bis Ende des ersten Halbjahres abzuschließen, erklärte Roche. Schon im Februar hatte der Konzern mitgeteilt, dass die Gruppe aufgrund der „schwierigen Liquiditätslage“ zusätzliche Maßnahmen ergriffen habe, um den Bedarf an umlaufenden Betriebsmitteln unter Kontrolle zu halten. „Sollte bis Ende des ersten Quartals 2016 kein Finanzierungsangebot vorliegen, könnte die Unternehmensfortführung der deutschen Tochtergesellschaften der Gruppe in Frage gestellt werden, was auch die Unternehmensfortführung von Recylex SA in Frage stellen würde“, hieß es damals.
