Zahlen für 1. Quartal 2016

Das erste Quartal ist für den Technologiekonzern Andritz schwächer verlaufen als erhofft. Insgesamt ist der Umsatz zurückgegangen. Für das Gesamtjahr ist Andritz skeptisch.

Andritz Gruppe verbucht Umsatzminus


Der Technologiekonzern Andritz hat in den ersten drei Monaten 2016 einen Umsatz von 1,29 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Minus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Wie Andritz mitteilt, ist der Umsatz in allen Geschäftsbereichen gesunken. Dennoch sei der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITA) um 10,5 Millionen Euro auf 83,9 Millionen Euro gestiegen. Damit verbesserte sich insgesamt die Rentabilität. Die EBITA-Marge kletterte auf 6,5 Prozent (1. Quartal 2015: 5,2 Prozent). Grund hierfür sei vor allem die sehr gute Entwicklung in den Geschäftsbereichen Pulp & Paper und Hydro.

Mit dem Auftragseingang ist Andritz nur mäßig zufrieden. Im ersten Quartal 2016 wurden 12,8 Prozent weniger Aufträge gewonnen als im Vorjahresquartal. Der Gesamtwert des Auftragseingangs belief sich auf 1,25 Milliarden Euro.

Der Auftragsstand per 31. März 2016 betrug insgesamt 7,15 Milliarden Euro und ging im Vergleich zum Ende des Vorjahrs (31. Dezember 2015: 7,32 Milliarden Euro) zurück.

Deutliches Auftragsminus für Bereich Metals

Die einzelnen Geschäftsbereiche akquirierten im ersten Quartal unterschiedlich gut. Während die Geschäftsbereiche Pulp & Paper und Separation ein Auftragsplus verbuchen, zeigen die Bereiche Hydro und Metals nach unten.

Bei Pulp & Paper kletterte der Auftragswert um 18 Prozent auf 545,6 Millionen Euro. Bei Separation stieg der Auftragswert um 10,4 Prozent auf 150,5 Millionen Euro.

Die Bereiche Hydro und Metals hingegen mussten deutliche Rückgänge hinnehmen. So verbucht Hydro einen Rückgang von 43,6 Prozent auf 252 Millionen Euro. Metals weist ein Minus von 22,2 Prozent auf 299 Millionen Euro aus.

Der Bereich Hydro kämpfte laut Andritz mit den anhaltend niedrigen Strom- und Energiepreisen Aufgrund dessen seien viele Modernisierungs- und Rehabilitationsprojekte, vor allem in Europa, bis auf Weiteres verschoben worden. Nur vereinzelt konnten größere Aufträge bei „sehr fordernden Marktbedingungen“ vergeben werden, schreibt das Unternehmen. Darüber hinaus stünden neue Wasserkraftwerksprojekte an, deren Vergabe allerdings erst mittelfristig erwartet wird.

Im Bereich der Umformtechnik für die Automobil- und Automobilzulieferindustrie (Schuler, Metals) seien viele Investitionsentscheidungen in das zweite Quartal verschoben worden. Zudem sei ein weiterer Grund des Auftragminus im Bereich Metals die nach wie vor geringe Nachfrage aus China. Ebenfalls weniger gefragt waren Ausrüstungen zur Herstellung und Verarbeitung von Bändern aus Edelstahl und Kohlenstoffstahl. Ursächlich seien anhaltende Überkapazitäten in der internationalen Stahl- und Edelstahlindustrie und die schwache Konjunktur.

Andritz fürchtet schwache Konjunktur

Auf Basis der Geschäftsergebnisse für das erste Quartal 2016 geht Andritz für das Gesamtjahr 2016 von einem leichten Rückgang des Gruppenumsatzes gegenüber 2015 aus, bei solider Entwicklung der Rentabilität. Gleichzeitig prognostiziert der Technologiekonzern negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung, sollte sich die globale Wirtschaft in den kommenden Monaten stärker eintrüben. Dann würden Anpassungen hinsichtlich Organisation und Kapazität notwendig, die möglicherweise zu finanziellen Vorsorgen führen und wiederum das Ergebnis negativ beeinträchtigen könnten.

Ein weiteres „ernstes Risiko für die finanzielle Entwicklung der Gruppe“ sieht Andritz in den finanziellen Schwierigkeiten einzelner Euroländer. Darüber hinaus sei die gesamtwirtschaftliche Entwicklung unverändert schwierig, insbesondere in Europa und in einzelnen Emerging Markets, wie Brasilien, Russland und China. Schwäche sich die Weltwirtschaft signifikant ab oder verlangsame sie sich, würden Aufträge in der Folge nur verzögert abgewickelt oder storniert. Letzteres würde dann den Auftragsstand und damit die Auslastung der Kapazitäten gefährden.

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