Sortieren von Abfällen
Spielerei oder nützliche Innovation? Ein US-Unternehmen hat einen Roboter für die Abfallsortierung entwickelt. Die Steuerung erfolgt durch Menschenhand via Touchscreen. Die Entwickler sind überzeugt: Der Roboter hat viele Vorteile.
Sortierung per Drag-and-Drop
In einem Pilotprojekt beim Entsorgungsunternehmen Pope/Douglas mit Sitz im US-amerikanischen Bundesstaat Minnesota wird derzeit der Einsatz eines Roboters für die Abfallsortierung getestet. Dabei erfolgt die Steuerung des Roboters über einen Touchscreen, der von Menschenhand bedient wird.
Mit dem Touchscreen kann die betreffende Person die Abfälle per Drag-and-Drop in bestimmte Kategorien ablegen. Dadurch wird ein Roboterarm in Gang gesetzt, um den Abfall vom Laufband zu fischen und in den vorgegebenen Container zu werfen. In der Anlage von Pope/Douglas wird dies derzeit für die Sortierung von Papier, Plastik und Blechdosen getestet.
Wie Cole Parker, Geschäftsführer von Jodone, erklärt, vereint das System die menschliche Sehkraft und schnelle Auffassungsgabe mit der Schnelligkeit von mechanischen Geräten – in diesem Fall ein mit Kamera ausgerüsteter Roboter vom Unternehmen ABB. Testläufe im Labor hätten gezeigt, dass auf diese Weise 2.500 Teile pro Stunde mit 95-prozentiger Genauigkeit verarbeitet werden könnten. Das sei bis zu acht Mal schneller als die konventionelle Sortierung.
Ein weiterer Vorteil sei, dass der Roboter auch unangenehme Abfallströme sortiert. Ein vor kurzem veröffentlichtes Demovideo zeigt den Robotor, wie er medizinische Abfälle separiert:
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Ob das System von Jodone in der Breite Anwendung finden wird, wird sich zeigen. In einem Interview mit dem Magazin MIT Technology Review sagte Mitgründer und COO Michael Rivera, dass das System etwa 150 US-Dollar pro Tonne kosten soll. Eine Alternative zu diesem System ist die vollautomatische Sortierung, wie sie 2012 der finnische Entwickler ZenRoboticss vorgestellt hat. Dessen Sortierroboter wird inzwischen in Serie produziert und geht demnächst in den USA an den Verkaufsstart.


