Geschäftszahlen für 1. Quartal 2016

Das erste Quartal bescherte dem Anlagenhersteller Binder+Co einen operativen Verlust. Gut entwickelte sich dagegen der Auftragseingang. Für das Gesamtjahr ist das Unternehmen daher zuversichtlich.

Binder+Co muss Verluste hinnehmen


Das erste Quartal 2016 war für den österreichischen Hersteller von Aufbereitungs- und Umwelttechnik wie schon in den Vorjahren schwach. Während der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um rund vier Prozent auf rund 22 Millionen kletterte, rutschte das operative Ergebnis (EBIT) mit 750.000 Euro ins Minus (1. Quartal 2015: +350.000 Euro). Gleichzeitig verdoppelte sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresquartal auf 44 Millionen Euro.

Insbesondere im ergebnisstarken Einzelmaschinengeschäft konnte Binder+Co Aufträge gewinnen. Darüber hinaus wurden volumenstarke Anlagenaufträge akquiriert. Unterm Strich legte der Auftragseingang in allen drei Segmenten des Unternehmens zu. Umsatz und Ergebnis fielen jedoch unterschiedlich aus.

Schlechtes Ergebnis für Verpackungstechnik

Der Umsatz des stärksten Segments Aufbereitungstechnik (Sieben, Nassaufbereiten, Trocknen und Zerkleinern) stieg im ersten Quartal um 47 Prozent auf 12,55 Millionen Euro. Anders sieht es hingegen beim Ergebnis aus: Hier verbucht Binder+Co ein Minus von 50.000 Euro, wenngleich der Verlust deutlich niedriger ausfiel als in den ersten drei Monaten 2015 (-460.000 Euro). Hinsichtlich des Auftragseingangs des Segments verbuchte Binder+Co einen Anstieg von 14,35 Millionen Euro – ein Plus von 56,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im Segment Umwelttechnik konnte die Auftragslage ebenfalls deutlich verbessert werden. Der Auftragseingang verdoppelte sich von 6,7 Millionen Euro im Vergleichszeitraum auf 16,17 Millionen Euro im ersten Quartal 2016. Der Umsatz in den ersten drei Monaten dieses Jahres notierte allerdings auf Vorjahresniveau: In Zahlen ausgedrückt, erlösten Sortiermaschinen für Glas-, Papier- und Kunststoff-Recycling 5,31 Millionen Euro (1. Quartal 2015: 5,22 Millionen Euro).

Deutlich nach unten ging es jedoch mit dem EBIT des Segments Aufbereitungstechnik. Hier weist Binder+Co ein Verlust von 760.000 Euro aus. Im Vorjahresquartal waren es nur 100.000 Euro. Als Grund wird im Quartalsbericht die Abarbeitung ergebnisschwacher Anlagenaufträge aus dem Jahr 2015 angeführt.

Deutlich schwächere Zahlen verbuchte der Anlagenhersteller in seinem sonst besten Segment Verpackungstechnik. Der Umsatz brach in den ersten drei Monaten 2016 mit 4,11 Millionen Euro (Vorjahr: 7,33 Millionen Euro) regelrecht ein. In der Folge sank das EBIT und reichte mit 60.000 Euro nicht an den Vorjahreswert von 910.000 Euro heran. Wie in den anderen Segmenten auch entwickelte sich der Auftragseingang jedoch stark. Mit 13,48 Millionen Euro konnte dieser gegenüber dem ersten Quartal 2015 (5,64 Millionen Euro) mehr als verdoppelt werden.

Auftragsplus könnte Trendwende einläuten

Die Entwicklung der Segmente löste bei den Unternehmensverantwortlichen keine Begeisterung aus: „Natürlich bin ich mit dem Ergebnis des 1. Quartals nicht zufrieden. Das negative EBIT ist aber eine Folge der schwierigen Marktsituation des abgelaufenen Geschäftsjahrs“, sagte Vorstandsmitglied Karl Grabner.

Nach seiner Einschätzung ist allerdings eine Trendwende in Sicht. Als Indiz dafür kann die Auftragsentwicklung seit Beginn des Jahres gelten. Mit knapp 67 Millionen Euro liegt der Auftragsstand schon per 31. März 2016 um 22,4 Prozent über dem Vorjahresquartal. Daher ist Grabner zuversichtlich, „dass wir im Gesamtjahr das Umsatz- und Ergebnisniveau von 2015 erreichen werden“.

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