Freie Mittel für geplante Firmenübernahmen

Der österreichische Entsorger Saubermacher hat sich von seinen Anteilen an der Müllverbrennungsanlage Arnoldstein getrennt. Der private Entsorger will das Geld in andere Geschäftsfelder investieren. Er habe bereits einige Optionen.

Saubermacher gibt MVA-Beteiligung ab


Nach intensiven Verhandlungen wurde vergangene Woche ein Durchbruch beim Thema Thermische Behandlungsanlage Arnoldstein erzielt. Demnach wird die Kärtner Entsorgungsvermittlungs Gesellschaft (KEV), ein Zusammenschluss von fünf Kärntner Abfallwirtschaftsverbänden, die Anteile von Saubermacher übernehmen. Rund sieben Millionen Euro wird die KEV dafür überweisen.

Saubermacher hält derzeit einen Anteil von 25,1 Prozent. Die restlichen Anteile sind im Besitz des österreichischen Energieversorgungsunternehmens Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Kelag). Als Grund für den Verkauf gab Saubermacher an, in neue Geschäftsfelder investieren zu wollen. „Wir haben diesbezüglich einige Optionen und sind zuversichtlich, dass wir noch im Juni über den einen oder anderen Firmenzukauf berichten können“, sagte Technik-Vorstand Gerhard Ziehenberger. Dementsprechend sei das Timing für den Verkauf der Anteile perfekt.

Hans Roth, Eigentümer von Saubermacher, zeigte sich „sehr froh, dass die Anteile von den Kärntner Abfallwirtschaftsverbänden übernommen werden und somit in der Region bleiben. Das war mir sehr wichtig“. Über den letzten Punkt war auch Günther Albel, Geschäftsführer der KEV und Vorsitzender des Abfallwirtschaftsverbands Villach, erfreut. Darüber hinaus hob er hervor: „Das ist ein enorm wichtiger Zukunftsschritt für die KEV […]. Die Städte und Gemeinden sichern sich damit ein starkes Mitspracherecht inklusive Sperrminorität, und das bei einem Unternehmen, bei dem die KEV selbst größter und wichtigster Kunde ist, wodurch die Entsorgungssicherheit auf Jahre hinaus gewährleistet ist.“ Außerdem werde vorausschauend die Behandlungskapazität gesichert.

Stabile Müllgebühren

Albel stellte in Aussicht, dass sich die Investitionen in die Anlage in rund 10 Jahren amortisiert haben werden. Anteilige Gewinnausschüttungen nach dieser Zeit sollen dann den Städten und Gemeinden zu Gute kommen, so dass die Müllgebühren konstant bleiben.

In Arnoldstein werden seit 2004 jährlich 96.000 Tonnen Abfall aufbereitet, davon 85.000 Tonnen, die von der KEV geliefert werden. Dazu gehören die Abfallwirtschaftsverbände Klagenfurt, Lavanttal, Spittal, Villach und Völkermarkt-St.Veit. Der Abfall wird zunächst verbrannt und so weitestgehend mineralisiert. Dabei entsteht Wärme, die zur Erzeugung von Strom, Fernwärme und Dampf genutzt wird.

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