Finanzierungslösung für Fuhrparks

Knappe Kassen und kleine Budgets für Fuhrparkinvestitionen betreffen Kommunen und private Entsorger gleichermaßen. Anstelle des Kaufs tritt immer häufiger das Leasing. Aber auch die Miete kommt in Frage. Mit beiden Optionen sind eine Reihe von Vorteilen verbunden.

Entsorgungs-Fahrzeuge: Leasing statt Kauf


Jahrzehntelang kauften Gemeinde, Städte und Kreise die Fahrzeuge, die sie für ihre Entsorgungsbetriebe benötigten. Doch dieses klassische Beschaffungsverfahren scheint immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Stattdessen interessieren sich viele Kommunen für Leasing und Miete. Entsprechende Dienstleistungen bietet nun der Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus über seine Finanzsparte Financial Services an.

Die erste Möglichkeit ist das sogenannte Kommunalleasing. Innerhalb dieses Modells sind Vertragslaufzeiten bis zu 96 Monaten möglich. Das trage den langen Nutzungszeiten von Kommunalfahrzeugen Rechnung, erklärt MAN. Des Weiteren zahle die Kommune langfristig festgeschriebene Kostenmieten, die dem „pay-as-you-use“-Gedanken (zu deutsch: Zahlung entsprechend der Nutzung) folgten. Im Anschluss könne das Fahrzeug problemlos zurückgegeben werden.

Daraus ergeben sich laut MAN folgende Vorteile: Eine einmalige Belastung bei angespannter Haushaltslage wird vermieden. Die Kosten sind auf mehrere Jahre im Voraus planbar. Und der Fuhrpark hat ein junges Durchschnittsalter, weil stets Fahrzeuge mit dem aktuellen Technologiestand in Betrieb genommen werden.

Als Beispiel für Kommunalleasing nennt MAN die Gemeinde Willingen im Sauerland. Sie beschaffe bereits seit zehn Jahren auf diesem Weg Transporter, Lastwagen und Arbeitsmaschinen für den Bauhof sowie die Kleinbusse und Personenwagen für die Verwaltung.

Geringe Mittelbindung ohne Risiko

Auch für private Firmen gibt es ein Leasing für Entsorgungsfahrzeuge. Eines der Unternehmen, die Fahrzeuge leasen, ist laut MAN die Firma Veolia Umweltservice Ost. Die Firma bestelle für eine Nutzungs- und Leasingdauer von fünf Jahren Abfallsammelfahrzeuge, Absetz- und Abrollkipper aus den MAN-Baureihen TGM und TGS mit den gewünschten Aufbauten, Schüttungen und Waagesystemen. Damit verbunden sei der Vorteil der geringeren Mittelbindung.

Die vom Nutzfahrzeughersteller als „Kilometer-Leasing“ bezeichnete Finanzierungsform bietet darüber hinaus weitere Vorteile für den Entsorger. So zahlt der Entsorger laut MAN lediglich für die Nutzung im vereinbarten Zeitraum und gibt das Fahrzeug am Ende zurück. In die Vermarktung mit etwaigen Risiken des Gebrauchtwagenmarkts sei das Unternehmen damit nicht involviert.

Ein anderer Aspekt seien die Leasingraten: Diese seien sofort absetzbare Betriebsausgaben, weshalb das Fahrzeug nicht zur Bilanz des Leasingnehmers zähle.

Miete: Schneller Ersatz und kalkulierbare Kosten

Die zweite Alternative zum Kauf ist die Miete. Viele Kommunen mieten bislang, wenn Fahrzeuge kurzfristig ausfallen, gewartet werden müssen oder für einen Auftrag zusätzliche Fahrzeuge gebraucht werden. Darüber hinaus ist die Miete laut MAN aber auch attraktiv für Fahrzeuge, die nur saisonal benötigt werden, etwa im Winterdienst oder bei der Straßenreinigung. So könnten hohe Kosten vermieden werden, die das restliche Jahr über aufgrund der fehlenden Auslastung auflaufen.

Ein weiterer Punkt, der für die Miete spreche, seien kurze Vertragslaufzeiten bei der Abfallsammlung. Sie böten dem Unternehmen oftmals nur ungenügende Sicherheit, um eine Fahrzeugflotte langfristig aus eigener Kraft aufzubauen. Zudem punkte die Miete mit kalkulierbaren Fixkosten, Verbesserung der eigenen Liquidität, Befreiung vom Wertverlustrisiko und schneller Verfügbarkeit von modernster Technik.

Kommunalfahrzeuge zur Miete bietet der Nutzfahrzeughersteller über MAN Financial Services Rental an. Zum Standardsortiment gehörten Sattelzugmaschinen mit Kipphydraulik sowie Absetz- und Abrollkipper. Wer Abfallsammelfahrzeuge für Haus- oder Gewerbemüll als Heck-, Front- und Seitenlader, Straßenkehrmaschinen und Winterdienstfahrzeuge benötige, bekomme sie an den bundesweit 120 Vermietstützpunkten des Branchendienstes Business Fleet Services (BFS). Mit dem Unternehmen aus Kirchheim/Jagst hat der Truckhersteller nach eigener Aussage eine Kooperation geschlossen. Auch Werkstattersatzfahrzeuge oder Fahrzeuge zur Kurzzeit- oder Langzeitmiete stünden kurzfristig zur Verfügung.

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