Trend am internationalen Markt
Die Preise für Edelstahlschrott haben weiterhin Auftrieb, der Nickelpreis pendelt sich bei der 9.000er-Marke ein. Auch in Deutschland sind die Edelstahlschrottpreise gestiegen. Ein Überblick über den internationalen Markt.
Steigende Preise und Nachfrage für Edelstahlschrott
In Zusammenarbeit mit Recycling International
Höhere Preise dank gestiegener Nachfrage und wenig Material: Wie Händler berichten, haben sich die Preise für Edelstahlschrott der Sorte 304 im April auf 1.020 bis 1.080 US-Dollar pro Tonne verbessert. Für die Sorte 316 sind die Notierungen auf 1.330 bis 1.380 US-Dollar pro Tonne geklettert. Bei beiden Sorten bedeutet das eine Verbesserung um rund 50 US-Dollar pro Tonne.
Ferrochrom-Schrotte konnten von den angezogenen Stahlschrottpreisen profitieren. Die Sorte 409 wurde zwischen 200 und 240 US-Dollar pro Tonnen gehandelt – im Vormonat waren es noch 170 bis 210 US-Dollar. Rund 30 US-Dollar pro Tonne mehr gab es für die Sorte 430, die Notierungen lagen zwischen 290 und 330 US-Dollar pro Tonne.
Bezüglich des Handels mit Stahlschrotten lieferte Heinz H. Pariser Alloy Metals & Steel Market Reserach erste Zahlen aus dem Januar 2016. Demnach wurden in die EU-28-Länder insgesamt rund 25.000 Tonnen Edelstahlschrott eingeführt. Im Dezember waren es noch 4,8 Prozent mehr und im Vorjahresmonat sogar 23,4 Prozent mehr. Größter Lieferant bleibt Russland mit 27,1 Prozent, gefolgt von der Türkei mit 20,8 Prozent.
Die Exporte aus den EU-28-Ländern stürzten im selben Zeitraum noch deutlicher ab: um 36,2 Prozent im Vergleich zum Dezember 2015 und um 60,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Großteil der Ware ging dabei nach Indien (71,9 Prozent). An zweiter Stelle lag das Exportziel China/Hongkong – dort gingen rund 18,3 Prozent der Ausfuhren hin.
China stellte 2015 deutlich weniger Nickel her
Da viele Unternehmen zum Ende des ersten Quartals mit Firmenabschlüssen beschäftigt waren und vielerorts Ferien waren, hat sich bei Nickel wenig getan. Die Preise lagen bei etwa 8.700 US-Dollar pro Tonne. Im Laufe des Aprils näherten sich die Preise dann teilweise der 9.000 US-Dollar-Marke, dies lag unter anderem an dem schwächeren US-Dollar und Bewegungen an der Börse. Gegen Ende des Monats füllten einige Käufer ihrer Lager auf – der Preis blieb über der 9.000er-Marke. Die Aussichten für Nickel sind gut, dank einer leichten Erholung des Ölpreises, leichtere Finanzbedingungen und ermunternden Nachrichten aus China.
Für das abgelaufene Jahr gab die International Nickel Study Group (INSG) an, dass 0,4 Prozent weniger Nickel hergestellt wurde als 2014. Demnach ist die Produktion auf 1,98 Millionen Tonnen gefallen. Den größten Rückgang gab es in China: statt 690.500 Tonnen wurden dort nur noch 600.000 Tonnen produziert. Gestiegen ist hingegen der weltweite Nickelverbrauch. Er erhöhte sich von 1,875 Millionen Tonnen auf 1,896 Millionen Tonnen um 1,1 Prozent. Im Februar dieses Jahres lag der Nickelverbrauch mit 146.000 Tonnen hingegen so niedrig wie seit 3 Jahren nicht mehr.
Höhere Edelstahlschrottpreise in Deutschland
In Deutschland kosteten Nickelkathoden rund 8.310 US-Dollar pro Tonne. Edelstahlschrott wurde etwas höher gehandelt. Die Sorte V2A brachte rund 977 US-Dollar pro Tonne, V4A etwa 1.271 US-Dollar pro Tonne. Für INOX 316 bekamen die Händler etwa 1.242 US-Dollar pro Tonne. Für alle Sorten sind das leichte Preissteigerungen. Analysten warnen jedoch, dass die Erhöhungen bei den Nickelkathoden noch keinen Aufwärtstrend bedeuten würden. Die Preise hätten ein Level erreicht, das für die kommenden Monate die Norm werden könnte, da das Angebot groß und die Nachfrage verhalten sei.
In China hingegen war das Nickelangebot eher knapp, Mitte April wurden dort Preissteigerungen beobachtet. Die Erhöhungen übertrugen sich auch auf andere Länder in Asien. Im vergangenen Jahr stellte China insgesamt mit 21,56 Millionen Tonnen etwa 0,6 Prozent weniger Edelstahl her, als noch 2014. Das Land hält aber nach wie vor mit einem Weltmarktanteil von mehr als 50 Prozent.
In den USA führten die gestiegenen Nickelpreise zu einem zaghaften Anstieg der Schrottpreise. Insgesamt wurden aus den Staaten in den ersten zwei Monaten dieses Jahres rund 10 Prozent mehr Nickelschrotte ausgeführt als noch im Vorjahreszeitraum, wie Zahlen des Commerce Department zeigen. Die Edelstahlherstellung im vergangenen Jahr ist hingegen um 2,3 Prozent auf 2,75 Millionen Tonnen gefallen, wie das International Steel Forum bekannt gibt. Der Rückgang in den USA war deutlich stärker als der weltweite: Global wurden mit 41,55 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr etwa 0,3 Prozent weniger als noch 2014 hergestellt.





