Markterwartung für 2. Halbjahr
Die Phase niedriger Rohölpreise scheint langsam zu Ende zu gehen. Experten erwarten daher für das zweite Halbjahr steigende Transportpreise. Nur bei einem Verkehrsträger dürften die Preise stabil bleiben.
Transportpreise ziehen an
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Die Transportpreise und das Transportaufkommen könnten im zweiten Halbjahr deutlich zulegen. Davon gehen zumindest rund 250 Spitzenkräfte der Transport- und Verladenden Wirtschaft in Deutschland aus. Die Wirtschaftsvertreter wurden im Rahmen des Transport-Barometers der Prognos AG und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nach ihrer Einschätzung befragt. Das Ergebnis: Das Transportaufkommen dürfte zunehmen – und die Preise ebenfalls.
Für den Straßengüterverkehr erwarten die Experten über alle Märkte (Nah- und Fernverkehr in Deutschland sowie Verkehre mit West- und Osteuropa) hinweg Preiserhöhungen. Sie verweisen auf erste Signale, wonach die Zeiten der niedrigen Preise am Rohölmarkt langsam zu Ende gehen. Daneben trägt die Erkenntnis, dass der Fahrermangel nach wie vor immer noch virulent ist, zu dieser Einschätzung bei.
Auch für die Luft- und Seefracht zeigen die Preissignale – nach dem Einbruch im Vorquartal – wieder deutlich nach oben. Lediglich für den Schienengüterverkehr wird kaum Bewegung erwartet. Im konventionellen Schienengüterverkehr hat sich die Tendenz zu sinkenden Preisen laut Umfrage zumindest abgeschwächt, während für den kombinierten Verkehr eine Konstanz der Preise erwartet wird.
Optimistische Erwartung für Luftfracht
Generell scheint im Straßengüterverkehr wieder mehr Optimismus einzukehren: In jedem Fall ist der seit dem 4. Quartal 2015 erwartete Rückgang der Mengen gebremst und der Stimmungsindex geht wieder leicht nach oben. Für Osteuropa zeigen sich im Vergleich zum Vorquartal sogar deutlichere Tendenzen nach oben. Allerdings weisen die Experten auch darauf hin, dass sich die Erwartungen jetzt wieder auf das ohnehin schon niedrige Niveau von 2015 einpendeln. Insofern gebe es keinen Anlass zur Euphorie, aber die Talsohle scheint erreicht.

Für die Luftfracht weist der Stimmungsindex, nachdem er im Vorquartal schon zum zweiten Mal in Folge nach unten gezeigt hatte, wieder deutlich nach oben. Dies gilt vor allem für die wichtigen Märkte Nord-Amerika und Asien/Pazifik. Lediglich für Europa sind die Erwartungen etwas gedämpfter, aber letztlich doch wieder optimistischer als im Vorquartal.
Auch bezüglich des Stimmungsindizes für die Seefrachtmengen gewinnen die Optimisten unter den Experten wieder die Oberhand. Gerade für die Märkte Nord-Amerika und Asien/Pazifik erwarten rund die Hälfte aller Experten im nächsten halben Jahr steigende Mengen.





