Verwertung von Bioabfällen

Die nordrhein-westfälischen Kreise Wesel und Viersen wollen künftig ihre Bioabfälle gemeinsam verwerten. Zu diesem Schritt haben sich die Verantwortlichen am Dienstag entschlossen. Geplant ist nun die Gründung eines Zweckverbands.

Kooperation zwischen Wesel und Viersen


Um die Kosten für die Biotonne zu senken, planen die Kreise Wesel und Viersen eine Kooperation. Aus diesem Grund wurde am Dienstag (14. Juni) bei einer Sitzung des Ausschusses für Bauen und Abfallwirtschaft des Kreises Wesel beschlossen, einen Zweckverband zu gründen. Er soll den Namen Bioabfallverband Niederrhein (BAVN) tragen. Das Votum sei einstimmig ausgefallen, hieß es.

Im Kreis Viersen leben rund 300.00 Einwohner, die jährlich etwa 35.000 Tonnen Bioabfälle generieren. Ähnlich hoch ist das Aufkommen im Kreis Wesel. Hier erzeugen knapp 470.000 Einwohner jedes Jahr rund 30.000 Tonnen Bioabfälle.

Die Gesamtmenge an Bioabfällen soll künftig am Standort Asdonkshof in Kamp-Lintfort aufbereitet werden. Dort soll eine neue Anlage entstehen, mit der Bioabfälle zu Biogas und Fertigkompost verwertet werden können. Der Standort am Asdonkshof biete den Vorteil, dass bestehende Anlagenteile wie die zentrale Eingangserfassung oder die Anlage zur Stromeinspeisung genutzt werden könnten, erklärt Helmut Czichy, Vorstandsmitglied für den Bereich Abfallwirtschaft beim Kreis Wesel. Dadurch könnten fixe Standort- und Betriebskosten gesenkt werden.

„Nach den bisher vorgenommenen Untersuchungen können mit den größeren gemeinsamen Abfallmengen die Kosten der Kreise für die Verwertung der Bioabfälle in Zukunft gesenkt werden“, sagt Czichy. Berechnungen zeigten, dass sich eine gemeinsame Behandlung der Bioabfälle unter Nutzung des Energieinhaltes der Bioabfälle finanziell lohnt.

BAVN-Gründung voraussichtlich im Herbst

Die geplante Kooperation hat auch die Rückendeckung der Landespolitik. So wird im kürzlich beschlossenen Abfallwirtschaftsplan den Kreisen und kreisfreien Städten generell eine interkommunale Kooperation empfohlen. „Mit einem gemeinsamen Bioabfallverband gehen die Kreise Viersen und Wesel einen guten Weg“, kommentierte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion im Kreistag Wesel, Heinz-Peter Kamps.

Die letzte Entscheidung über den geplanten Bioabfallverband Niederrhein (BAVN) liegt bei den Kreistagen Viersen und Wesel, die voraussichtlich Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli darüber beraten. Fällt der Beschluss positiv aus, geht die Gründungsversammlung des Zweckverbandes im Herbst über die Bühne. Die neue Bioabfallverwertungsanlage könnte dann Anfang 2021 in Betrieb gehen.

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