Geschäftszahlen 2015

Die Firmengruppe Liebherr hat im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz in ihrer Geschichte erzielt. Insbesondere die Bereiche Baumaschinen und Mining konnten deutlich zulegen. Den größten Zuwachs erzielte dabei die Sparte Erdbewegung.

Liebherr steigert Umsatz in Sparte Erdbewegung


Wie aus der Bilanz hervorgeht, erwirtschaftete der Baumaschinenkonzern im Geschäftsjahr 2015 einen Gesamtumsatz von 9,24 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 414 Millionen Euro (4,7 Prozent) gegenüber 2014. Das Betriebsergebnis notierte leicht über Vorjahresniveau. Jedoch ging das Jahresergebnis um 22 Millionen Euro auf 294 Millionen Euro zurück.

Hauptumsatztreiber war laut Liebherr der Unternehmensbereich Baumaschinen und Mining-Geräte und hier vor allem die Sparte Erdbewegung. Diese erzielte einen Umsatz von rund 2,09 Milliarden Euro – ein Plus von 168 Millionen Euro (8,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.

Besonders gut verkauften sich Hydro-Seilbagger, Materialumschlagmaschinen, Planierraupen und Radlader. Raupenbagger wurden auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr abgesetzt. Die Erlöse bei den Mobilbaggern entwickelten sich hingegen rückläufig. Steigerungen konnten wiederum im Ersatzteil- und Servicebereich verzeichnet werden.

Starke Nachfrage in Deutschland

Insgesamt entwickelte sich die Erdbewegungsbranche je nach Absatzregion unterschiedlich. Ein Umsatzplus konnte Liebherr in Deutschland und in den Niederlanden erzielen. Darüber hinaus sei der Umsatz in der Türkei erfreulich gewesen. Sehr erfolgreich sei das Geschäftsjahr auch in den USA, Kanada sowie in einigen südostasiatischen Ländern und Australien verlaufen. Umsatzrückgänge musste der Baumaschinenkonzern allerdings in Osteuropa und Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten hinnehmen.

Trotz Umsatzplus lieferte Liebherr weniger Maschinen aus. Die Gesamtzahl ist laut Geschäftsbericht signifikant gesunken. Ausnahmen seien lediglich Deutschland und die USA. Erneut rückläufig sei die Entwicklung in der Materialumschlagbranche gewesen.

Umsatzplus in nahezu allen Bereichen

Neben der Sparte Erdbewegung gehören zum Unternehmensbereich Baumaschinen und Mining-Geräte die Sparten Fahrzeugkrane, Turmdrehkrane, Mining und Betontechnik. Unterm Strich wies der Bereich einen Umsatz von 5,62 Milliarden Euro aus. Verglichen mit dem Vorjahr stieg der Umsatz damit um 330 Millionen Euro (6,2 Prozent).

Die übrigen rund 3,61 Milliarden Euro Umsatz erlöste Liebherr mit seinen anderen Unternehmensbereichen. Dazu zählen: Aerospace und Verkehrstechnik, Maritime Krane, Hausgeräte, Sonstige Erzeugnisse und Leistungen sowie Werkzeugmaschinen und Automationssysteme. Auch wenn nicht in jedem der Bereiche ein Plus erreicht werden konnte, erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 84 Millionen Euro (+2,4 Prozent).

Wachstum für die Sparte Erdbewegung erwartet

Für die gesamte Firmengruppe kalkuliert Liebherr für das Geschäftsjahr 2016 mit einem Umsatz in der Größenordnung des Vorjahres. Dafür soll erheblich in die internationalen Fertigungsstätten und in das Vertriebs- und Servicenetz investiert werden. Das wird auch der Sparte Erdbewegung zugute kommen.

Denn ein Teil der Investitionen geht in eine neue Serviceniederlassung im französischen Pons. Ebenfalls in Frankreich, in Rognac, ist eine weitere Vertriebs- und Serviceniederlassung geplant. Zudem will die Firmengruppe im österreichischen Bischofshofen ihre Produktionskapazitäten und den Mietpark erweitern. Die Anstrengungen sollen der Sparte trotz des schwierigen Marktumfelds einen leichten Umsatzanstieg im laufenden Jahr bescheren.

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