Verbesserte Technik
Der Recyclingkonzern Remondis hat seine Aufbereitungsanlage für alte Sprühdosen in Bramsche verbessert. Die Anlage sei nunmehr die leistungsstärkste und technisch modernste in Deutschland. Die Maschinentechnik kommt aus Kanada.
Remondis optimiert Recycling von Sprühdosen
Die Remondis-Tocher Respray hat am 1. Juli ihre optimierte Sprühdosenverwertungsanlage ‚Hazpak‘ in Betrieb genommen. Das Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen Industrie-Recycling-Zentrum Bramsche ist nun in der Lage, jährlich 6.500 Tonnen volle, teilentleerte oder leere Spraydosen aus industrieller und gewerblicher Herkunft zu verarbeiten. Neben der erweiterten Kapazität warte die Anlage mit verbesserter Technik auf, teilt Remondis mit. Im Vergleich zu bisher könnten so deutlich mehr Recyclingstoffe zurückgewonnen werden.
Erworben hat Remondis die Anlage nach eigenen Angaben von einem Hersteller aus Kanada. Der Name ‚Hazpak‘ steht dabei für hazardous packing, also gefährliche Verpackung, und beschreibt das Inputmaterial. Sprühdosen gehören aufgrund ihres Inhalts zu den gefährlichen Abfällen: Treibgase wie Propan, Butan und Dimenthylether sind hoch entzündlich und können mit Sauerstoff explosive Mischungen bilden.
Remondis sammelt die Sprühdosen daher mit speziellen Behältern ein und transportiert sie nach Bramsche, wo sie entpackt, sortiert und aufbereitet werden. Für den Verwertungsschritt kommt die Hazpak zum Einsatz. Dabei werden zunächst mittels eines Kompressors die Treibgase verflüssigt. In dieser Form können sie laut Remondis später als Energieträger verwendet werden.
Danach würden die restlichen Flüssigkeiten aus den Dosen gesaugt und vollständig thermisch verwertet. Schließlich sind nur noch die Metallstoffe übrig. Diese werden Remondis zufolge automatisch gewaschen und zu Metallbriketts zusammengepresst. Im Ergebnis würden Weißblech und Aluminium gewonnen, die ihren Weg zurück in die Industrie finden.
In Deutschland werden jedes Jahr etwa 80.000 Tonnen Spühdosen produziert. Davon werden laut Remondis nur etwa 8.000 Tonnen fachgerecht entsorgt. Circa 60 Prozent dieser Menge landeten in der Anlage von Respray in Bramsche. Neben Sprühdosen können dort auch Feuerzeuge und Nachfüllflaschen, PU-Schaum-Kartuschen und, nach Rücksprache, Gase in anderen Gefäßen (Gaskartuschen, Sauerstoffpatronen) verwertet werden. Bei der Verarbeitung größerer Mengen Sprühdosen-Fehlchargen könne zudem das enthaltene Lösungsmittel stofflich recycelt werden.


