Aluminium-Kaffeekapseln
Die Betreiber des Nestlé-Kaffeesystems wollen den Kreislauf für Kaffeekapseln aus der Schweiz schließen. Dazu haben sie eine entsprechende Vereinbarung mit einem privaten Dienstleister geschlossen. Aufbereitet werden die Kapseln künftig in Deutschland.
Nespresso organisiert Recycling
Den Zuschlag für das Recycling der Kapseln hat der Aluminiumverarbeiter Constellium erhalten. Wie das Unternehmen mitteilt, wird es dafür sein Aluminiumguss und -walzwerk in Singen nutzen. Dort sollen die Aluminiumkapseln zu einem Rohstoff für neue Kapseln aufbereitet werden.
„Wir sind sehr stolz, Hand in Hand mit Nespresso daran zu arbeiten, Nachhaltigkeit und Innovation in Europa voranzutreiben“, sagte Catherine Athènes, Nachhaltigkeitsbeauftragte von Constellium. Recycling sei schon immer ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells gewesen.
In der Schweiz nutzten im vergangenen Jahr über 50 Prozent der Kaffeetrinker entsprechende Kapseln oder Pads. In Deutschland wurden 2015 rund 20,6 Millionen Tonnen Kaffeekapseln verkauft. Das sind nach dem Gebrauch rund 5.000 Tonnen Aluminium und Plastik.
In Deutschland landen viele der Kapseln in der Gelben Tonne. Darüber hinaus werden über so genannte Nespresso-Boutiquen (15 in Deutschland) gebrauchte Kapseln gesammelt. In der Schweiz gibt es noch eine weitere Option: Seit 2012 gibt es dort die Möglichkeit des „Recycling at Home“. Dabei werden gebrauchte Kapseln gegen einen Kostenbeitrag von einem Franken (92 Cent) zu Hause beim Kunden von der Post abgeholt.
Stark kritisiert wird aber immer wieder der Müll, der durch die Kapseln anfällt. Um das Aufkommen an Kaffeekapseln einzudämmen, schlug der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Peter Meiwald, Anfang des Jahres ein Pfandsystem oder eine Umweltabgabe auf die Portionsdöschen vor. Durchgesetzt hat er sich mit dieser Forderung allerdings nicht.
Constellium ist 2011 aus einer Abspaltung des Bergbaukonzerns Rio Tinto hervorgegangen. Der Aluminium-Verarbeitungsbetrieb stellt hart- und weichlegierte Aluminiumprofile sowie Aluminiumrohre her. Zum Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden gehören zwei Produktionsstätten in den USA, zwei in Frankreich und jeweils eine in Tschechien, der Schweiz und Deutschland. Der deutsche Standort in Singen beherbergt Constelliums größte Aluminiumproduktionsanlage mit einem Aluminiumguss- und einem Aluminiumwalzwerk.






