Marktbericht für NE-Metalle

Auch in dieser Woche konnten die meisten Notierungen für Industriemetalle moderat zulegen. Nach oben zeigen auch die Metallschrottpreise. Nur bei Aluminiumschrott fällt die Bilanz gemischt aus. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.

Preise für Nickelschrott klettern nach oben


Die Philippinen haben eine neue Regierung. Doch was hat ein Regierungswechsel in Südostasien mit den Metallpreisen zu tun? Eine ganze Menge, wenn wie in diesem Fall mit Regina Lopez eine ausgewiesene Naturschützerin und Anti-Minen-Aktivistin an die Spitze des Umweltministeriums berufen wird.

Die Philippinen sind neben Indonesien der weltweit größte Förderer und Exporteur von Nickelerz. Lopez zufolge erfüllten ein Drittel aller Minengesellschaften im Land jedoch nicht die internationalen Standards für einen „verantwortlichen Betrieb“. Die Umweltministerin will alle Minenprojekte auf den Prüfstand stellen. Einigen Betreibern könnte sogar das Aus oder zumindest eine Zwangspause drohen.

Nickelpreis kurzzeitig über 10.000 US-Dollar

Der Nickelmarkt reagierte prompt auf diese Entwicklung. Das erste Mal seit acht Monaten sind die Preise für Nickel in dieser Handelswoche wieder über die Marke von 10.000 US-Dollar gestiegen, wie der Blick zur Londoner Metallbörse (LME) zeigt.

Zwar pendelte sich der Dreimonatspreis für das Legierungsmetall am Mittwoch (6.7.) bei 9.700 US-Dollar pro Tonne ein. Er lag damit aber immer noch 360 US-Dollar über dem Vergleichswert von vor sieben Tagen. Wenn die philippinische Ministerin ihren Worten Taten folgen lässt, werden die Preiskurven sicherlich auch in den nächsten Wochen und Monaten weiter nach oben zeigen.

Aufwärts ging es in dieser Woche auch für die meisten anderen Industriemetalle. Zink konnte geringfügig zulegen. Die Tonne notierte bei 2.065 US-Dollar. Auch bei Aluminium fiel das Plus bescheiden aus. Das Leichtmetall wurde für rund 1.630 US-Dollar gehandelt.

LME-Preise-6.7.16Etwas größer war der Zugewinn bei Blei. Die Tonne erlöste 55 US-Dollar mehr als zuletzt. Sie kostete gestern 1.790 US-Dollar.

Einziger Verlierer war Kupfer. Der Preis für das rotbraune Metall gab um rund 60 US-Dollar nach. Er fiel auf 4.726 US-Dollar.

Auch Weichbleischrott und Altzink legen zu

Kupfer war jedoch die Ausnahme. Insgesamt konnten die Notierungen für Industriemetalle in dieser Woche ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Davon profitierten auch die Schrottpreise. Vor allem Nickelschrott zog spürbar an, wie aus der Preiserhebung des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) hervorgeht.

Die Preise für Nickelschrott bewegen sich bereits seit zwei Monaten auf einem aufsteigenden Niveau. Mit 50 Euro am unteren und 30 Euro am oberen Ende fiel der Sprung nach oben diesmal sogar etwas höher aus als sonst. V2 (Alt- und Neuschrott) verteuerte sich auf 950 bis 980 Euro. Die Tonne V4 (Alt- und Neuschrott) wechselte für 1.200 bis 1.300 Euro den Besitzer.

Auch bei Weichbleischrott und Altzink sind nun schon über einen längeren Zeitraum steigende Preise zu verzeichnen. In dieser Woche konnten die beiden Schrottsorten erneut Zugewinne verbuchen. Weichbleischrott gewann 30 Euro am unteren und 20 Euro am oberen Ende hinzu. Die Tonne erzielte 1.380 bis 1.470 Euro. Altzink erbrachte ebenfalls 30 Euro mehr. Hier reichte die Preisspanne von 1.460 bis 1.510 Euro.

Größeren Schwankungen sind dagegen die Preise für Kupfer- und für Aluminiumschrott ausgesetzt. Kupferschrott gehörte in dieser Handelswoche zu den Gewinnern. Blanker Kupferschrott (Kabul) verbuchte 30 Euro mehr als zuletzt. Die Tonne erlöste 4.150 bis 4.320 Euro. Schwerkupferschrott (Keule) konnte am unteren Ende mit 70 Euro etwas stärker hinzugewinnen. Hier reichten die Preise von 3.900 bis 4.110 Euro.

Bei Aluminiumschrott fällt die Wochenbilanz gemischt aus. Am unteren Ende gaben die Preise geringfügig nach, am oberen Ende zogen sie leicht an. Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) erzielt beispielsweise 1.440 bis 1.550 Euro. Für Profilschrott (Alter) wurden 1.440 bis 1.540 Euro fällig.

 

320°/mb
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