Marktbericht für NE-Metalle
Die Notierungen an den Metallmärkten entwickeln sich auseinander. Blei und Kupfer büßen weiter ein, Zink steigt und steigt. Die Schrottpreise dagegen zieht es fast geschlossen nach unten. Der wöchentliche Marktbericht für NE-Metalle.
Nur Altzink bleibt stabil
Die Jagd nach Kupfer erreicht neue Ausmaße. Minen und Raffinerien weiten ihre Kapazitäten aus. Das gab jüngst die International Copper Study Group bekannt. Das Institut geht davon aus, dass sich allein die Minenkapazität bis zum Jahr 2019 von weltweit derzeit 22,6 Millionen auf 26,5 Millionen Tonnen erhöhen wird. Schon für dieses und für nächstes Jahr erwarten die Experten eine überdurchschnittliche Zunahme.
Angesichts bescheidener Kupferpreise kommt diese Prognose etwas überraschend. Offenbar lohnt sich das Geschäft mit dem rotbraunem Metall auch noch, wenn die Tonne an der Londoner Metallbörse (LME) deutlich unter 5.000 US-Dollar gehandelt wird. Analysten erklären das so: „Die Minenkonzerne setzen auf Kostensenkungen statt auf Förderkürzungen.“
Zink 450 US-Dollar teurer als Blei
Dem Preis tut diese Förderpolitik nicht gut. Die Notierungen für Kupfer gaben in dieser Woche erneut leicht nach, wie der Blick zur LME zeigt.
Der Dreimonatspreis für Kupfer lag am Mittwoch (3.8.) bei 4.856 US-Dollar. Das sind 24 US-Dollar weniger als vor sieben Tagen. Nach dem kurzen Zwischenhoch Mitte Juli, als der Preis an der 5.000-US-Dollar-Marke kratzte, stellt dies den zweiten Preisrückgang in Folge dar. Vor dem Hintergrund wachsender Kapazitäten bleibt eine Trendwende wohl aus.

Noch im Frühjahr war Blei teurer als Zink. Seitdem hat sich das Blatt gewendet. In dieser Woche kostete Zink rund 450 US-Dollar mehr als Blei. Die Tonne erzielte exakt 2.266 US-Dollar. Das sind rund 50 US-Dollar mehr als zuletzt.
Zu den Gewinnern dieser Handelswoche zählt auch Aluminium. Das Leichtmetall konnte ein Plus von 60 Euro verbuchen und erlöste am Mittwoch rund 1.630 US-Dollar je Tonne.
Zwei andere Industriemetalle konnten ebenfalls ihren Höhenflug fortsetzen. Die Tonne Zinn spielte am Mittwoch 17.940 US-Dollar ein. Das bedeutet einen Preisanstieg von 190 US-Dollar. Steiler stieg nur noch Nickel nach oben. Das Legierungsmetall legte um 275 US-Dollar zu. Der Dreimonatspreis für die Tonne betrug gestern 10.680 US-Dollar.
Preise für Kupferschrott fallen um bis zu 80 Euro pro Tonne
Auch wenn die Hoffnung auf höhere Kupferpreise einen Dämpfer erhielt, fällt das Wochenfazit für Industriemetalle überwiegend positiv aus. Die Schrottpreise allerdings können davon nicht profitieren. Sie mussten moderate Einbußen hinnehmen. Das geht aus der aktuellen Preiserhebung des Verbandes Deutscher Metallhändler (VMD) hervor.
Größter Verlierer war erwartungsgemäß Kupferschrott. Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) etwa büßte bis zu 60 Euro pro Tonne ein. Die Preise fielen auf 4.240 bis 4.420 Euro. Schwerkupferschrott (Keule) erlöste am unteren Ende sogar 80 Euro weniger als noch vor einer Woche. Am oberen Ende verbilligte sich die Tonne um 70 Euro. Die Preisspanne lag bei 3.920 bis 4.160 Euro.
Abwärts ging es auch für Weichbleischrott. Um 30 Euro sank der Preis nach unten. Die Tonne erzielte 1.370 bis 1.470 Euro.
Auch Nickelschrott musste Abstriche machen. V2A (Alt- und Neuschrott) verlor zehn Euro. Für die Tonne wurden 950 bis 970 Euro fällig. V4A (Alt- und Neuschrott) erlöste am unteren Ende 20 Euro weniger als zuletzt. Am oberen Ende blieb der Preis stabil. Die Preisspanne für diese Schrottart reichte von 1.200 bis 1.300 Euro.
Bei Aluschrott zeigte die Preiskurve ebenfalls nach unten. Mit zehn Euro hielt sich das Minus allerdings in Grenzen. Die Preise für Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) reichten von 1.430 bis 1.570 Euro. Bei Profilschrott (Alter) erstrecken sie sich von 1.450 bis 1.550 Euro.
Die einzige Schrottart, die diesmal von Verlusten verschont blieb, war Altzink. Die Tonne erbrachte wie schon in der Vorwoche 1.580 bis 1.630 Euro.





