Geschäftszahlen für 1. Halbjahr

Trotz eines Umsatzminus von knapp 8 Prozent nennt der Technologiekonzern Andritz die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2016 „zufriedenstellend“. Die Rahmenbedingungen seien anhaltend schwierig, heißt es. Gestiegen ist dafür die Rentabilität.

Andritz-Gruppe: Weniger Umsatz, mehr Rentabilität


Die Andritz-Gruppe mit Sitz im österreichischen Graz hat im ersten Halbjahr 2016 rund 2,76 Milliarden Euro umgesetzt. Damit sind die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 8 Prozent gesunken. Im zweiten Quartal fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat etwas geringer um 7,8 Prozent.

Für Wolfgang Leitner, Vorstandsvorsitzender des Technologiekonzerns, ist das Ergebnis „angesichts der anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ zufriedenstellend. Mit einer Verbesserung im weiteren Jahresverlauf rechnet er nicht. „Aus heutiger Sicht erwarten wir für die restlichen Monate des heurigen Jahres keine wesentlichen Änderungen in den von uns bedienten Märkten“, sagte er.

Höhere Rentabilität

Verbessert hat sich hingegen die Rentabilität bei Andritz. Das EBITA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) lag mit 183 Millionen Euro in etwa auf dem Vorjahreswert. Das führte zu einer Erhöhung der Rentabilität um 6,6 Prozent. Das Konzernergebnis stieg von 113,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2015 auf 120,2 Millionen Euro.

Trotz des gesunkenen Umsatzes lag der Auftragseingang im ersten Halbjahr mit 2,57 Milliarden Euro in etwa im Bereich des Vorjahres. Das liegt vor allem an den Auftragseingängen während des zweiten Quartals: Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,8 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro. Der Anstieg ist laut Andritz auf den Abschluss einiger Großaufträge im Bereich Metallumformung für Automobil- und Automobilzulieferindustrie zurückzuführen.

Auch im Bereich Papier konnte Andritz zuletzt einen Auftrag gewinnen. So wird an die italienische Pro-Gest-Gruppe in Mantua eine komplette Altpapieraufbereitungsanlage sowie ein Konstantteil für eine neue Papiermaschine geliefert. In der Linie sollen jährlich 55.000 Tonnen Wellpappenrohpapiere aus 100 Prozent Altpapier hergestellt werden. Die Pro-Gest-Gruppe ist ein Produzent von Wellpappenverpackungen, hat 1.000 Mitarbeiter und gibt für 2015 einen Jahresumsatz von 450 Millionen Euro an.

Andritz ist einer der weltweit größten Lieferanten von Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen für Wasserkraftwerke, die Zellstoff- und Papierindustrie, die metallverarbeitende Industrie und Stahlindustrie sowie die kommunale und industrielle Fest-Flüssig-Trennung. Der Konzern beschäftigt weltweit an rund 250 Standorten etwa 24.200 Mitarbeiter.

© 320°/ek | 08.08.2016
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