Coffe-to-go

2,8 Milliarden Einweg-Becher werden jährlich in Deutschland verbraucht. Zu viele, wie auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks meint. Sie unterstützt eine Länderinitiative, um diese Zahl deutlich zu verringern.

Kampf den Einwegbechern


Jede Stunde landen in Deutschland 320.000 Einwegbecher im Müll. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will diese Zahl, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ermittelt hat, deutlich reduzieren. „Es ist bedauerlich, dass sich eine ‚Ex-und-Hopp-Mentalität‘ breitmacht“, sagt die Ministerin. Daher begrüßt sie Initiativen, die zum Ziel haben, „Produzenten und Verbraucher zu umweltbewusstem Verhalten zu motivieren und nachhaltigen Konsum zu stärken“.

Seitens der Politik haben die Umweltminister der Länder auf der 86. Umweltministerkonferenz vor einigen Wochen beschlossen, den Einsatz von Einwegbechern zu reduzieren. Dazu soll der Bund die ökologische Bedeutung des Verbrauchs untersuchen und Ansätze zur Reduzierung überprüfen. Der Bund soll bis zur 88. Umweltministerkonferenz auch rechtliche Maßnahmen untersuchen, falls freiwillige Maßnahmen keine Wirkung zeigen sollten.


infografik_4581_meinung_der_deutschen_zu_bestehenden_und_moeglichen_neuen_pfand_regeln_n


Nach Angaben der DUH greifen deutschlandweit rund 70 Prozent der Verbraucher häufig oder gelegentlich zu einem Coffee-to-go-Becher. Jährlich werden deutschlandweit 2,8 Milliarden Becher weggeworfen – 34 Stück pro Bürger. Für die Becherherstellung werden jährlich 22.000 Tonnen Rohöl verbraucht, die in den Innenseiten und den Polystyrol-Deckel verarbeitet werden. Rund 83.000 Tonnen CO2-Emissionen entstehen bei der Produktion. Die meisten Becher werden nach der einmaligen Benutzung verbrannt.

Die Bundesregierung setzt bei der geplanten Reduzierung des Becherverbrauchs vor allem auf Mehrwegbecher. Sie verweist auf mehrere Initiativen von Kaffeeverkäufern, die einen Rabatt gewähren, wenn eine eigene Tasse mitgebracht wird. In Berlin läuft die Kampagne „Sei ein Becherheld“, die die Verbraucher überzeugen soll, einen eigenen Becher mitzubringen. Außerdem wird im Zuge der Kampagne auch versucht, die Politik zu überreden, eine Abgabe auf die Einwegbecher einzuführen.

© 320°/ek | 18.08.2016
Mehr zum Thema
Potsdam führt Verpackungssteuer ein – Gastronomie läuft Sturm
Plastiksteuer: Was Wien von Madrid und London lernen kann
Tankrabatt: Spritpreise sinken möglicherweise erst mit Verzögerung
Verpackungsentsorgung: ZSVR warnt vor Finanzierungslücke
Circularity Gap Report: So viel kostet die lineare Wirtschaft
Nach Feuer bei Veolia: LVP-Sortieranlage wieder im Betrieb
Altpapierpreise auch im März stabil
Kreislaufwirtschaftsziele: Henkel nimmt neuen Anlauf
Krisenbonus und Tankrabatt: Koalition schnürt Entlastungspaket
„Kreislaufwirtschaft ist eine eigenständige Anlageklasse