Sauberer Metallschrott

In Rostschutzanstrichen von elektrotechnischen Schaltausrüstungen und Alttransformatoren stecken oft gesundheitsgefährdende Stoffe, wie Asbest oder PCB. Um diese rückstandslos zu entfernen, hat eine Firma eine so genannte Druckabreinigungsanlage entwickelt. Derzeit läuft der Probebetrieb.

Verfahren für giftige Farbbeschichtungen


Ein kaum bekanntes Problem: In Rostschutzanstrichen von elektrotechnischen Schaltausrüstungen und Alttransformatoren stecken meist gesundheitsgefährdende Stoffe wie Asbest, Polychlorierte Biphenyle (PCB), Teeröl, Chrom und Bleimennige. Um diese rückstandslos zu entfernen, hat die Firma Fred Stemmer eine so genannte Druckabreinigungsanlage entwickelt.

Wie das Unternehmen mitteilt, wurde der Probebetrieb vor Kurzem auf dem Firmengelände in Hann. Münden gestartet. Entwicklung und Bauzeit der Pilotanlage sowie die Genehmigungsphase hätten nur ein halbes bis dreiviertel Jahr in Anspruch genommen. Insgesamt hat der Mittelständler nach eigenen Angaben 200.000 Euro in die Technik investiert.

Ergebnis ist schadstofffreier Metallschrott

Die genaue Funktionsweise „ist ein Betriebsgeheimnis“, sagt Unternehmenssprecher Jan-Hilmar Franz. Nur so viel: Nach der Behandlung liege schadstofffreier Metallschrott vor. Das übrige giftige Sediment gehe in die Sonderabfallverbrennung. Derzeit behandeln die Niedersachsen einen ausrangierten Transformator aus Bayern. Für das 3,5 Tonnen schwere Aggregat benötigen sie mit ihrer Anlage voraussichtlich zwei Tage.

Ob das Verfahren zum Standard wird, lässt sich noch nicht sagen. Das soll der Probebetrieb in den kommenden Monaten zeigen. „Da wird sich auch noch einmal einiges an der Technik ändern“, so Franz. Material für die Druckabreinigungsanlage gibt es durch den geplanten Stromtrassenbau künftig genug. In fernerer Zukunft soll es auch eine mobile Version geben.

Die Fred Stemmer GmbH wurde im Jahr 1946 gegründet und handelte ursprünglich mit Metallen. Seit 1999 agiert sie über eine Tochtergesellschaft als Elektrofachbetrieb für Energieanlagen im Mittel- und Hochspannungsbereich. Zum Aufgabenfeld gehören heute die Analytik und Wartung von Trafos sowie die Demontage von Transformatoren, Schaltanlagen/Umspannwerken und deren teilweise oder komplette Verwertung. Zudem bietet das Unternehmen Containerdienste für Sonderabfälle und Gefahrguttransporte an. Der Mittelständler beschäftigt aktuell 80 Mitarbeiter und erzielte 2014 laut Bundesanzeiger einen Gewinn von knapp 2,6 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss lag bei rund 160.000 Euro.

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